crazy

Vidocq

Review

von Frank
Im dunklen Paris des Jahres 1830 endet und beginnt eine Geschichte. Napoleons Ära ist vorüber. In der turbulenten Zeit der Neuordnung ist der Detektiv Vidocq einem Phantom auf der Spur, das nachts umherschweift und für einige Todesfälle verantwortlich gemacht wird. Die hartnäckigen Nachforschungen bezahlt er mit seinem Leben. Sein offizieller Biograf hat sich vorgenommen ihm und seiner Arbeit zu Ehren, die Tat aufzuklären....

Vidocq ist eine märchenhaft erzählte Fantasy Mystery Detektivgeschichte die Ihresgleichen sucht.
Grandios, wie kreativ die Kamera eingesetzt wird. Durch den Wechsel verschiedener Techniken nimmt sie enormen Einfluss auf das Filmerleben. Vogelperspektive, scharfe Winkel, schnelle Zufahrten auf das Objekt, Fischauge und immer extreme Naheinstellungen der Figuren. Die Kamera hat’s in sich und ist ohne Frage ein prägendes Element des Films. Die Beleuchtung ist dabei jedoch nicht immer optimal, mal spärlich, mal ungünstig gewählt. Ein handwerklicher Patzer, der den Filmgenuss in einigen Szenen schmälert. Gestützt wird die Kamera durch elegante Schnitte, die immer dem Dialog und der Handlung dienen und den Film vorantreiben.
Aber damit ist es noch nicht getan. Vidocq ist in intensive Farben getränkt, die ihm seinen märchenhaft surrealistischen Fantasylook verleihen. Und die füllen keine leeren Räume. Das gesamte Set Design ist sagenhaft - unglaublich detailreich und akribisch arrangiert, authentisch die damalige Zeit widerspiegelnd. Dunkle Gassen, imposante Gebäude, Werkstätten; jeder Schauplatz, und sei er noch so kurz im Bilde ist liebevoll gestaltet.

Eine Kulisse will mit geistigem Inhalt gefüllt werden. Die Story von Vidocq ist insgesamt spannend, ihr fehlt allerdings der gewisse Pepp, manchmal wirkt sie etwas fade. Sie ist zuweilen von komischem Humor (im positiven Sinne) und raffiniert strukturiert. Durch die Erzählweise, den Dialog zwischen Vidocq’s Assistenten und dem Biografen, sowie dem Wechsel der zeitlichen Ebene anhand von Rückblenden, erhält der Film seine eigene Dynamik.
Womit wir dann auch bei den Schauspielern wären. In hervorragende Kostüme gekleidet fügt sich die gesamte Riege perfekt in das Szenario der Zeitepoche. Allerdings können sich die Schauspieler auch hinter ihren Kostümen verstecken. Kleider machen Leute sagt man. In diesem Fall wirken die Protagonisten manchmal etwas „unifarben“. Die einzelnen Rollen stellen nicht die größte Herausforderung an Gestik, Mimik und Charaktertiefe. Das kann man aber niemandem vorwerfen, es liegt eher an der Zeichnung der Figuren seitens des Scripts.

Die Musik entspricht der damaligen Zeit, für Actionszenen allerdings werden wir mit E-Gitarren im Metall-Sägemodus zugedröhnt – etwas verwaschen das Ganze, eine Alternative hierzu hätte ich begrüßt.

Fazit

Vidocq ist fantastisch. Dieser Film ist eine Ausnahmeerscheinung und ein visuelles Unikat zu dem auch CGI Effekte einiges beigetragen haben. Für jeden, der Kombinationen aus Krimi, Fantasy und Mystery mag, ein Muß. Je größer die Leinwand, desto besser.
Frank

06.11.2008, 19:21



Weitere Informationen (externe Links):
Unterstütze f3a.net durch eine(n) Leihe/Kauf bei unseren Partnern:
OFDbVerfügbarkeit prüfen
amazon.de€ 12,50
amazon.fr€ 7,64
amazon.com$ 29.95


Der tatsächliche Preis kann abweichen! Preise werden max. stündlich aktualisiert. Markierte Preise sind seit dem letzten Abruf ↓ gesunken oder ↑ gestiegen.