Arsène Lupin

Eine Abenteuerroman Verfilmung

von Frank
Arsén Lupin ist eine Romanfigur des französischen Autors Maurice Leblanc.

Die Geschichte beginnt in Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts.
Arsén Lupin, gespielt von Romain Duris, erhält als kleiner Junge von seinem Vater eine wichtige Lektion.
Es ist die Aufmerksamkeit, die man lenken kann, um das Augenmerk vom Wesentlichen auf etwas weniger wichtiges zu richten. Ähnlich, der Lektion, die Michael Caine seinen Zauberern in "The Prestige" vermittelt, dort jedoch mit mehr Esprit. Damit ist für Arsén Lupin (A.L.) der Grundstein für eine Karriere als Meisterdieb gelegt.
Jahre später, er ist inzwischen ein junger Mann, haben seine Übungen Früchte getragen und er ist ein routinierter Dieb mit Gentlemangepflogenheiten. Er macht den Damen den Hof, sein Witz, Spontaneität und Improvisationstalent retten ihn auch aus heiklen Situationen.
Auf dem Anwesen des Herzogs trifft A.L. dessen Tochter, seine Cousine Clarisse (toll besetzt mit Eva Green) wieder, seine große Liebe. Eines Nachts wird er Zeuge eines Ereignisses, das ihm eine Bekanntschaft einbringt (Kristin Scott Thomas) die sein Leben verändern wird und den (größten) Stein dieser Geschichte ins Rollen bringt....

Es war ja zu erwarten: So ein Mann braucht Herausforderungen. Und die kriegt er geboten. Nichts geringeres als der Schatz der Könige von England wartet auf ihn.
Dem unvorbereiteten Zuschauer sei gesagt, das hier kein Film a’la Ocean’s 12, Thomas Crown oder ähnlich vorliegt, nicht nur wegen der Epoche. So diebisch und körperlich wie rede- gewandt Arsén auch ist, seine Figur besitzt nicht von sich aus den Einfallsreichtum und die Raffinesse anderer, modernerer Filmdiebe, sondern nutzt eher die Dummheit und Gutgläubigkeit seiner Mitmenschen aus, um an sein Ziel zu kommen. Und das wirkt schon manchmal arg überzogen, wenn er seinen Opfern reihenweise Ohrringe und Diamantencollies vom Körper klaut. Seine Art erinnert eher an eine Mischung aus Zorro und der Dreistigkeit eines Jean Paul Belmondo in – ich glaub es war "Der Dieb von Paris".
Die Gesellschaft aus jener Zeitepoche war ja überhaupt von noch etwas anderer Struktur in ihren Verhaltensmustern. Die besonders in der Sprache sich zeigende unterschwellige Arroganz der Personen macht sich bei A.L. als eine gewisse Selbstherrlichkeit in seinem theatralischem Auftreten bemerkbar.
So wie seine Hauptfigur, zeichnet sich auch die Story in weiten Teilen durch eine gewisse Oberflächlichkeit aus. Zu Beginn ist dieses jedoch viel ausgeprägter, denn Arsén wächst mit seinen Aufgaben. Der Film nimmt sich viel Zeit, die Liebschaften auszuloten, die die Ereignisse begleiten und beeinflussen. Er ist nicht nur (Mystery) Abenteuer, Thriller, sondern auch Romanze.

Die Kulisse kann sich sehen lassen. Die Lichtverhältnisse sind harmonisch. Für A.L. wurden intensive, kräftige Farben gewählt. Auffällig ist allerdings ein Gelbstich, der sich durch den ganzen Film zieht. Viele Maler des Impressionismus (Manet, van Gogh) tranken sehr viel Absinth zur Inspiration. Man munkelt ihre Bilder hatten deshalb einen Gelbstich. Bewusst oder nicht, evtl. spiegelt sich hier ein Stück „Sichtweise“ der damaligen Zeit.
Die Musik ist gut und passend, aber eintönig und fängt daher bei dieser Filmlänge irgendwann an zu nerven.

Fazit

Beim ersten Ansehen gefiel er mir besser.
Er entlässt mich mit einem zwiespältigem Gefühl. Es gibt schlichtweg interessantere Hauptfiguren. Diese 130 Minuten lange Produktion will außerdem nicht so richtig enden, immer, wenn die Story abgeschlossen scheint, beginnt sie von Neuem.
Was dann kommt ist nicht wirklich schlecht, macht aber einen etwas zusammengestückelten Eindruck bis der Zuschauer dann letztendlich erlöst wird. Andererseits bietet er ein stimmiges Gesamtbild der Zeitepoche durch den er den Zuschauer unterhaltsam trägt.
Frank

26.11.2008, 23:48



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