von Fans für Fans

Franklyn

Review

von Frank
Das war er also, der Film auf den ich mich auf Grund des Trailers (was selten vorkommt) schon lange gefreut habe.

Und bevor jetzt einer sagt, ich würde zu viel rumnörgeln; Franklyn ist das Regiedebut von Gerald McMorrow (sagt man uns bei f3a -imdb führt allerdings auch "Thespian X" aus dem Jahre 2002 auf). Er hat auch noch das Drehbuch dazu geschrieben und sich mit diesem Projekt hinsichtlich Idee für den Konflikt und der visuellen Darstellung der Schauplätze extremst viel zugemutet- Respekt!

Die Kulisse von Meanwhile City verdient einen Bestenplatz als eines der eindrucksvollsten Sci-fi-Fantasy Sets der Kinogeschichte. Ihre erhabenen, monumentalen und düsteren Barock-gothischen Gebäude sind eine wahre Augenweide. Zeitlich kommt dieser Ort im Film leider viel zu kurz.

Doch Franklyn hat, so genial seine Idee auch ist, einige Schwächen. Die größte davon liegt in meinen Augen in seiner Dramaturgie. Er ist unbeständig, was die Qualität der Szenen angeht. Dadurch baut sich so etwas wie ein Spannungsbogen nicht konsequent und stetig genug auf; einige Szenen fesseln mit ihren knappen, unerwarteten Dialogen und Handlungssträngen vor außergewöhnlichen Bildkompositionen und tadellosem Set Design (ohnehin ein Pluspunkt des gesamten Films); Andere dagegen haben den Charakter von Lückenfüllern. Was eigentlich als eigenständiger Rhythmus die Story vorantreiben soll, entpuppt sich als störend. Die Geschichte entwickelt zu viele Längen (gähn). Sie entfaltet sich nicht genug einer ihrem Tempo, Kontext und Inhalt angemessenen inneren Dynamik, dies gilt parallel dazu auch für die inneren Widersprüche der Hauptfigur.

Hinzu kommt, das Eva Green mit ihrem Schauspiel hier alle an die Wand spielt, ihr zuzusehen ist eine wahre Freude, schmälert jedoch das Interesse am Leben der männlichen Hauptfigur Preest (Ryan Phillippe) erheblich.
So wirkt dann auch das Ende auf eine Art plausibel, in sich logisch und folgerichtig. Es bricht jedoch nicht mit genügender (Erkenntnis-)Wucht über uns hinein.
Ich bin mir nicht ganz sicher, welchem Aspekt es nun zuzuschreiben ist, aber unterm Strich ließ mich Franklyn emotional kalt. Die Prise Humor am Ende hat hier angenehmen Ausgleich bewirkt.

Ich glaube für diese raffiniert gute, komplexe Storyidee ist zuviel in die Darstellung der Gegensätze investiert worden bei gleichzeitiger Vernachlässigung der subtilen Widersprüche. So bleibt letztendlich ein Teil von uns unbefriedigt. "Plausibilitätslücken" entstehen hier weniger aufgrund der uns von anderen Storys bekannten Logiklöcher, als vielmehr eher durch Vernachlässigung bzw. mangelnde Ausarbeitung der subtileren inneren emotionalen Dynamik (des Hauptcharakters).
Wie auch schon vor mir jemand erwähnte, vielleicht wurde hier zuviel gewollt? Das Drehbuch hätte an dieser Stelle wohl noch genauer überarbeitet werden müssen. Ich hätte ihn nämlich auch gerne mehr gemocht.

Wie auch immer, "Franklyn" lohnt sich in jedem Fall für die Kulisse von Meanwhile City und das Schauspiel von Eva Green. Eine zweite Sichtung ist vielleicht auch eine gute Idee. Für ein Autorenfilmdebut beachtlich, aber noch weit entfernt von solchen Klassikern, die hier im gleichem Atemzug genannt wurden.
Frank
sah diesen Film im Cinemaxx 3, Hamburg

16.03.2009, 15:42



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