von Fans für Fans

Franklyn

Aussehen ist nicht alles.

von D.S.
Zugegeben, zunächst hat mich "Franklyn" ziemlich beeindruckt. Die Kulisse der utopischen Stadt "Meanwhile City", die von einem Übermaß an exotischen Religionen, Lebensformen und Architektur-Eskapaden geprägt ist, ist faszinierend - von der Stimmung her, auch wenn da manche unken, definitiv an "Dark City" erinnernd, geheimnisvoll, detailverliebt, mäandernd zwischen bedrohlich und berauschend.

Leider hält sich die Erzählung aber viel zu selten dort auf, wenigstens gefühlt deutlich häufiger sind wir zu Gast in der drögen, verregneten englischen Realität. In der sich dann eine Story entspinnt, die mit dem Surrealen, dem Verwirrenden, dem Grenzen Überschreitenden kokettiert. Die tatsächlich aber leider so platt ist, dass es schmerzt - und die hochtrabende, pseudophilosophische Exposition und vordergründig kunstvolle Inszenierung der Lächerlichkeit preisgibt. Auf das Negativkonto zahlen zudem einige schwer unsympathische, anstrengende Charaktere ein sowie eine zwischenzeitlich eher mal gar nicht stattfindende Weiterentwicklung des Sujets. Wirklich schlimm fand ich aber das Kulminieren in einer Auflösung, die an Stumpfheit respektive Belanglosigkeit kaum mehr zu überbieten ist.

"Franklyn" bietet phasenweise extrem verführerischen Schein, der das nichtige Sein aber auf Dauer keinesfalls übertünchen kann. So ist das Resultat insgesamt eher ärgerlich als attraktiv, den Schauwerten zum Trotz. 4,5 Punkte erzielen diese aber immerhin - knapp. Dennoch: eine Geschichte, ein Erzählen, eine Aussage, aber auch spannungsvolle Unterhaltung geht anders.
D.S.
sah diesen Film im Cinedom 9, Köln

24.03.2009, 01:04



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