crazy

The Good, the Bad, the Weird

The Over-Ambitious

von D.S.
Und was haben wir hier? Einen "Mehr Stil als Substanz"-Film, der vor allem wegen seiner technischen Brillanz über weite Strecken zweifellos grandios unterhält. Aber nicht zuletzt aus demselben Grund stellenweise auch extrem langweilt. Beziehungsweise, genauer gesagt: wegen des allzu deutlich spürbaren Willens von Regisseur Kim Ji-Woon, die Grenzen des ihm vorliegenden Mediums, der zu erzählenden Geschichte hinter sich zu lassen und auf Teufel komm raus ein Style-Statement abzugeben... der Welt zu zeigen, was für ein verrückter Hund er doch ist. Hat er geschafft. Alle Erzählschwächen von verrückten Hunden eingeschlossen.

Vor lauter Bemühen, dritte und vierte Erzählmetaebenen einzubauen, sich über das Medium Film, das Genre Western und die profane filmische Konkurrenz hinwegzusetzen - sowie ganz generell eben als der coolste, lässigste Motherfucker im Business rüberzukommen -, hat Kim Ji-Woon leider manchmal sein Publikum vergessen. Er inszeniert konsequent sich selbst und seine Herangehensweise an einen Leone-Klassiker, er inszeniert seine inszenatorischen Skills, er inszeniert seinen ach-wie-ironischen Umgang mit Genre, Sujet und Zuschauer-Erwartungen - aber immer wieder nicht gerade überzeugend die Story.

Was des öfteren in ermüdenden Dialog-Sequenzen, repetitiver Action und oftmals belanglosen Witzchen resultiert. Und in meinem Fall sogar in mehrfachem Wegdösen.

Aber ok, insgesamt bekommt er schon noch die Kurve. Unsere Protagonisten versprühen reichlich Spielfreude und über den größten Teil des Films passiert genug, um einen bei der Stange zu halten. Natürlich, die Intensität des Originals wird nie erreicht, und schon von seinem ganzen Ansatz her kann "The Good, the Bad, the Weird" niemals mehr sein als eine - manchmal allzu offensichtlich - postmoderne Fußnote der Filmgeschichte.

Insofern kann man dem Gezeigten eigentlich kaum mehr als den Rang eines Fan-Machwerks einräumen, so clever es auch gerne wäre. Aber immerhin den eines außerordentlich talentierten und auch weitgehend unterhaltsamen Fan-Machwerks. Möglicherweise wäre hier sogar etwas Großartiges drin gewesen, zumindest ein Highlight der diesjährigen FFF-Nights. Etwa, wenn man das Ganze um 45-60 Minuten gestrafft und/oder auf ein Drittel der Pseudo-Tarantino-Attitüden verzichtet hätte.

So aber reicht es nur zu knappen 7 von 10 Punkten. Was aber immerhin wesentlich mehr sind, als ich erwartet hätte. Und deshalb ist "The Good, the Bad, the Weird" für mich persönlich sogar eine der positiven Überraschungen der FFFN09. Wenn auch bei weitem nicht das, wofür er sich selbst viel zu offensichtlich hält.
D.S.
sah diesen Film im Cinedom 9, Köln

24.03.2009, 02:07



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