crazy

Lesbian Vampire Killers

Sluts on a Stake

von Supernulf
Beim FFF sind Splatterkomödien spätestens seit "Braindead" 1992 liebgewordene Tradition. In den letzten Jahren wurden wir mit mehr ("Dance of the Dead", "Evil Aliens") und weniger ("Hatchet", "Black Sheep") gelungenen Genrevertretern beglückt, und irgendwie erwartet man jedes Jahr aufs Neue eine witzige und gorige, aber vor allem unterhaltsame Horrorkomödie auf dem FFF. Dieses Jahr läuft "Lesbian Vampire Killers" - ein Titel, der extra fürs FFF kreiert worden zu sein scheint. Erfüllen sich hier nicht alle Träume zumindest des männlichen Festivalbesuchers: attraktive Lesbierinnen mit Fangzähnen, die kaum eine Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen, um ihre optischen Vorzüge zu präsentieren, dazu witzige Dialoge, Slapstick-Einlagen und natürlich eine gesunde Portion Gore. Kann da überhaupt etwas schief gehen?

Klare Antwort: Nein. Allerdings muss ich klar stellen, dass zwischen "nichts schief gehen" und "voll gelungen" durchaus ein himmelweiter Unterschied bestehen kann. So auch leider im Fall "Lesbian Vampire Killers".

Aber der Reihe nach. Nehmen wir den Film mal unter die Lupe: Der Streifen ist visuell hervorragend gelungen und kann handwerklich voll überzeugen. Kein Wunder: Schließlich saß Phil Claydon auf dem Regiestuhl - der Mann, der uns auf dem FFF 2002 mit "Alone" einen der - zumindest auf formaler Ebene - beeindruckendsten Psychothriller aller Zeiten bescherte.

Auch storymäßig hält "Lesbian Vampire Killers", was er verspricht: derbe Splattereinlagen, blanke Brüste, witzige Situationen - alles in ausreichendem Maße vorhanden. Was fehlt, ist das gewisse Etwas, das "Shaun of the Dead" zur besten Splatterkomödie der letzten 10 Jahre werden ließ. Das gewisse Etwas, das "Black Sheep" fehlte und 2006 zum schwächsten Eröffnungsfilm seit vielen Jahren machte. Nennen wir es Inspiration oder, wie es bei "Blade Runner" einmal so schön heißt, "einen kleinen Anfall von Genialität". Irgendwie werde ich bei Phil Claydons neuestem Streich den Eindruck nicht los, alles woanders schon mal gehört bzw. gesehen zu haben - nicht unbedingt besser, aber halt sehr ähnlich, was den Innovationsfaktor von "Lesbian Vampire Killers" gegen Null tendieren lässt.

Nichtsdestotrotz denke ich, dass der Film zusammen mit Kumpels und ein paar Bier durchaus goutierbar ist - wenn man sich vorher klar macht, dass man keinen neuen Meilenstein des Trash-Kinos erwarten darf.
Supernulf

25.07.2009, 09:08



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