The Killing Room

ULTRA nervtötend - ULTRA langweilig

von Frank
Vier Freiwillige, die alle die gute Bezahlung lockt, melden sich freiwillig für ein Psychoexperiment....

Mit The Killing Room verhält es sich ähnlich wie damals mit The Last Winter. Erinnert sich einer der Unglücklichen, die ihn sahen? Hier wollte jemand auf wahre Begebenheiten aufmerksam machen und möglichst viele authentische Informationen in fiktive Handlung streuen. Warum nicht gleich eine Doku drehen?

MK-ULTRA war wohl, so erfahren wir oft genug, ein von der Regierung eingestelltes Projekt, dessen Forschungsgegenstand die menschliche Psyche war. The Killing Room baut auf der Idee auf, dass es niemals eingestellt wurde; dafür ist der Patriotismus der Amerikaner einfach zu stark. Wer den Film bis zum Ende durchhält, wird wissen, was genau dahinter steckt.

In teils schwer verständlichem Englisch, weil alle flüstern und nuscheln, wird der Zuschauer mit endlosen verbalen Erläuterungen über das Projekt MK-ULTRA gefoltert. Währenddessen es den Experimentteilnehmern verhältnismäßig gut geht, denn sie müssen Fragen beantworten und dürfen zwischen den Lösungen eine Uhr anschauen. (OK, das war jetzt ein bisschen zynisch.) Echte Spannung kommt da nicht auf, auch wenn uns schwant, dass die da nicht heil herauskommen.

Das Ensemble ist in seiner Zusammenstellung soweit in Ordnung, obgleich der schauspielerischen Anforderungen wegen in gewisser Hinsicht auch austauschbar.

Die Beleuchtung ist eine Spur zu dunkel, ansonsten gibt es handwerklich nichts wirklich zu monieren. Durch die Musikwahl wird eine Atmosphäre geschaffen, die dem Film angemessen ist, allerdings ging mir genau die auch bald ziemlich auf die Nerven. Stilistisch sagte er mir auch sonst nicht so zu, zum Beispiel das Mittel, die Probanden auf Computermonitoren zu zeigen... (um eine abstrakte Sicht zu vermitteln, Distanz zu erzeugen?)
Distanz schafft The Killing Room genug, da es ihm nicht gelingt, Charaktere zu schaffen, die stark genug sind, um eine Identifikationsfigur anzubieten. Jedenfalls nicht unter den Freiwilligen des Experiments. Etwas anders verhält es sich dagegen mit denen, die es beaufsichtigen...
Auch sich wiederholende Kameraeinstellungen müssen, wenn sie Wirkung zeigen sollen, wirklich gut platziert sein und einem klaren Zweck dienen, was hier meiner Meinung nach nicht der Fall war.

Irgendwann konnte ich das Gequatsche von MK-ULTRA nicht mehr hören. Es wurde schlicht und einfach langweilig. Für Backgroundwissen über wahre Begebenheiten empfehle ich eine gut recherchierte Doku. Oder man lässt sich durch eine schräge (Mainstream-)Komödie, wie zum Beispiel "Ananas Express", auf Regierungsexperimente hinweisen. Bewirkt so ziemlich das Gleiche, macht aber mehr Spaß.

Ich empfehle dringendst jedem, der The Killing Room auf seinem Timetable hat, seine Wahl zu überdenken, zumal der Film problemlos auf einem Bildschirm konsumierbar ist.
Frank

12.08.2009, 19:55



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