Hansel & Gretel

Review

von Wishbringer
Nach wenigen Minuten in der normalen Welt werden wir gemeinsam mit unserer Haupt- und Identifikationsfigur, dem sympathischen Eun-Soon, an einen merkwürdigen, märchenhaften Ort geführt, der uns schon bald als an eine Art Mischung aus Paradies und Hölle erscheint, auf jeden Fall irgendwie bedrohlich und ein wenig zu fremdartig, um hier gerne auf ewig leben zu wollen. Nicht dass es hier auf den ersten Blick nicht schön wäre (hmm... lecker, jede Menge quietschbunte Kuchen und Süßigkeiten zum Frühstück und so nette Menschen), aber vor allem die schnell offensichtlich werdende Tatsache, dass man an diesem Ort gefangen ist, bereitet uns doch irgendwie Sorgen.

Und diese Sorgen werden für uns mit den typischen Methoden des Horrorfilms verstärkt. Man kann sich also auch als Zuschauer ordentlich unwohl fühlen im unentrinnbaren Wald und dem bizarren Häuschen (vor allem diese vielen Hasen, echt schrecklich). Vielleicht hat der Film zwischenzeitlich auch ein paar Längen, aber er baut schon Fragen, Rätsel und Vermutungen auf, um sich dann auf mehr zu konzentrieren, als nur eine gruselige Atmosphäre zu schaffen, nämlich eine Geschichte zu erzählen, die sich zwar an Elementen aus "Hänsel und Gretel" bedient, damit an sich aber nicht viel zu tun hat. In welchem Ausmaß es diese Handlung schafft, Spannung, Interesse und Emotionen zu wecken, liegt vermutlich auch nicht unwesentlich im Auge des Betrachters. Gezeigt werden Fantasy-Elemente, menschliche Wärme aber auch reale Grausamkeiten. Von einem Feel-Good-Märchen sind wir genausoweit entfernt wie von einem typischen Horrorfilm, von einer zu offensichtlichen Gut-Böse-Zeichnung zum Glück auch, denn vor allem das Verhältnis zu den Kindern ist zwiespältig angelegt. Und wie das Ganze ausgehen wird, da kann man sich auch nie sicher sein.

HANSEL AND GRETEL vereint visuell beeindruckende, düster-bunte Bilder, einen stimmungsvollen, immer passend eingesetzten orchestralen Score und hervorragende Darstellerleistungen. Das Zusammenfließen verschiedener Handlungsebenen im Finale, ein insgesamt sehr gelungener Spannungsbogen und dieser typische, bittersüße, koreanische Geschmack haben mir ebenfalls gut gefallen. Wer seinen Schwerpunkt mehr auf ein emotionales Märchen mit einer Portion Drama legen will als auf reinen Gruselhorror, ist hier bestimmt nicht falsch. Zwei Dinge fallen schwer: Irgendwas Schlechtes an diesem Film zu finden und ihn mit anderen zu vergleichen, trotzdem muss man den Gesamteindruck natürlich irgendwie in die ganz persönliche Film-Notenliste einreihen: 6.5/10.
Wishbringer

16.08.2009, 17:30



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