In 3 Tagen bist du tot 2

The Alps have Eyes 2

von Wishbringer
Wir starten den Film mit der gleichen Aufnahme, mit der der erste Film "In drei Tagen bist du tot" (FFF 2006) endete (Monas und Ninas Hände greifen im Krankenhaus nacheinander), machen dann einen zeitlichen Sprung anderthalb Jahre nach vorne und stellen nun Ninas Suche nach ihrer damaligen Freundin Mona in den Mittelpunkt des zweiten Teils, um damit im Kern eine eigenständige Geschichte zu erzählen. Man muss also den ersten Teil nicht gesehen oder noch in Erinnerung haben, aber es trägt dazu bei, mehr Gefallen am zweiten Teil zu finden, da einige Dinge aus dem ersten Film wieder aufgegriffen werden.

Gemeinsam ist beiden Filmen, dass hier eine österreichische Produktion es den typischen amerikanischen Horrorvorbildern der Genres Teenie-Slasher (Teil 1) und Hinterwäldler-Suspense (Teil 2) nachmacht, das durchaus auch erfolgreich schafft, allerdings ohne in irgendeiner Weise das Rad neu zu erfinden oder sich durch originelle Einfälle hervorzuheben oder dem ganzen eine besondere, österreichische Note zu geben (abgesehen vom Akzent der Darsteller). Insofern hängt eine Gesamtbewertung natürlich stark davon ob, wie oft man sowas schon zuvor gesehen hat und wie viel Lust man hat, sowas immer wieder gerne zu sehen. Bei mir hält sich das mittlerweile etwas in Grenzen.

Gemeinsam ist beiden Filmen auch eine ab und an mal aufkommende mangelnde Glaubwürdigkeit der Handlung, unter anderem was das sich-selbst-unnötig-in-Gefahr-Bringen angeht, aber im zweiten Teil hat's mich weniger gestört. Inwieweit das Ende konstruiert oder glaubwürdig erscheint und gefällt, ist wohl Geschmackssache. Ich fand's von der Grundidee her ganz nett, aber nicht gekonnt genug im Drehbuch umgesetzt.

Teil 2 hat sich aber in jedem Fall positiv weiterentwickelt. Gerade die Kameraarbeit, Beleuchtung und Kolorierung, die gewählten Locations und ihre Gestaltung, der Cast (vor allem Familie Kofler), das alles ist viel schöner anzusehen, edler und atmosphärischer als im ersten Film. Und ich fand auch, dass hier mehr Spannung erzeugt wird, unter anderem auch durch die Konzentration auf eine Hauptfigur.

Natürlich ist der Spannungsverlauf diesmal ein ganz anderer: Im Teenie-Slasher hat man mehr ein ständiges Auf und Ab, wenn einer nach dem andern zum Opfern wird, während man hier ganz klar merkt, dass sich der Film erst mal ordentlich Zeit nimmt, um seine Spannung langsam auf Sparflamme zu köcheln und dabei mehr oder weniger relevanten Hintergrund vorzubereiten, um dann erst gegen Ende 'die Sickness-Schraube gewaltig anzuziehen' (um mal aus einem vorigen Review passend zu zitieren). Bei manchem könnte also im ersten Teil des Films auch mal Langeweile aufkommen, für mich hat die Hauptdarstellerin, Sabrina Reiter, das aber irgendwie wieder etwas kompensiert.

Laut Programmheft wird der Film mit englischen Untertiteln gezeigt. Für die Internationalität des Fantasy Filmfests sicher gut, fürs deutschsprachige Publikum aber vielleicht auch unnötig ablenkend.
Wishbringer

23.08.2009, 01:12



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