Blood Brothers

langsam vs erschreckend

von tatabanya
Der Film fängt langsam an, und geht auch langsam zu Ende. Ich hatte immer die Hoffnung, es wird mal etwas Fahrt aufgenommen, oder eine Dynamik entwickelt sich. Naja, alles langsam eben. Immer wieder habe ich überlegt, wie es weitergeht in dem Film. Mir war lange nicht klar, worauf der Film abzielen soll. Am Ende ist das schon klar, doch fehlt mir die Spannung.
Der Film erzählt ganz ruhig die Geschichte eines Sommers von 4 Jungs aus unterschiedlichen Familien: 2 Söhne aus reichem Hause, ein Junge aus sehr einfachen Verhältnissen und ein Problemsohn, der stiehlt und zu Hause geschlagen wird. Letzterer ist quasi auf der Flucht vor der Polizei und sucht bei den "Reichen" Unterschlupf, um nicht ins Gefängnis zu müssen.
Diesen Unterschlupf erhält er auf dem Dachboden der Familienvilla. Anfangs kümmern sich die 3 noch um ihn, doch irgendwann wird er lästig. Sie versuchen ihm nahezulegen zu gehen, doch er erpresst sie, indem er sagt, dass er sie bei der Polizei als Mittäter bei einem Rollerraub mit angeben wird. So verbleibt er weiter auf dem Dachboden leben. Spätestens als die Familie nach Capri in den Urlaub will, müssen sie ihn loswerden und planen einen Mord.
Das ganze wirkt selten aggressiv, am Ende eher wie ein Abenteuer oder ein gelangweiltes Spiel, um den Sommer spannender zu gestalten. Ob ihnen das Ausmaß bewußt ist, dessen was sie planen und dann auch tun?

Erschreckend fand ich nur den Abspann.
Da es sich um ein wahres Verbrechen aus den 60er Jahren handelt, gab es kurz die Fakten, was danach passierte.
Der Mord wurde entdeckt und aufgeklärt, die Teenager gingen in Haft plus Therapie - danach ist der Junge aus einfachen Verhältnissen nicht auffindbar. Die beiden reichen Söhne führen die Firma des Vaters weiter - und sind heute erfolgreiche niederländische Unternehmer. Das finde ich abartig.
tatabanya
sah diesen Film im Cinestar 5, Berlin

24.08.2009, 09:23



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