Largo Winch

I go my own way

von Frank
Zu viel gefühlte Zeit ist vergangen, seit Jèrôme Salle 2005 seinen sehr ruhigen, aber dennoch spannenden und gefühlvoll inszenierten Thriller "Anthony Zimmer" ablieferte, auch bekannt als "Fluchtpunkt Nizza".

Nun erfreut er uns mit einem weiteren Krimi, zu dem er gleichermaßen sowohl das Drehbuch geschrieben als auch Regie geführt hat.

Und wie schon im vorigen Werk ranken sich auch hier die Abenteuer des Protagonisten um das Thema der Identität. Damals ging es darum, die eigene zu verschleiern, viele Identitäten anzunehmen.

Die Hauptfigur Largo Winch im gleichnamigen Film von 2009 ist damit beschäftigt, die Lücken um ihre Herkunft zu schließen und die Rätsel um ihre Vergangenheit zu ergründen, während die aktuellen Ereignisse Entscheidungen fordern.

Largo Winch (nach einem Comic-Helden) ist keine passive Figur, er ist ein Kämpfer, im Körper wie im Geiste. Eine kluge Persönlichkeit, die die Zeichen der Zeit zu deuten weiß und bereit ist zu warten, um dann gemäß ihrer Überzeugung zu handeln. Dennoch hat sein Handeln spontanen Charakter. Largo ist impulsiv.

Den Großteil solch nützlicher Eigenschaften gab ihm sein (Zieh-)Vater mit auf den Weg, dessen Tod ein weiteres Rätsel ist, welches er auf seinem Weg lösen muss, denn die jüngsten Ereignisse im Leben Largos sind eng mit seinem Vater verknüpft.
Plötzlich befindet sich der Weltenbummler als Erbe eines Imperiums mitten im Jetset der Metropole Hong Kong. Im Fokus steht die Übernahme einer Firma durch eine andere. Action und Wirtschaftskrimi halten sich ungefähr die Waage.

Dem Zuschauer sei zu Beginn verschärfte Aufmerksamkeit nahegelegt. Der Film erzählt seine Geschichte zum Teil in Rückblenden und wirft erst einmal mehr Fragen auf, als er beantwortet. Wobei, wirklich kompliziert ist er eigentlich nicht; den Details um die Firmenübernahme und die involvierten Personen werden einige Zuschauer jedoch auf Grund der Untertitel wahrscheinlich nicht so gut folgen können.

Largo Winch ist eine sehr stylische und bildreiche Produktion, die für meinen Geschmack etwas zu häufig Autos ins Bild gerückt bzw. zum Vorantreiben der Handlung benutzt hat. Von Jèrome Sâlle hatte ich mir nach "Anthony Zimmer" ein bisschen mehr Einfallsreichtum erhofft...
Trotzdem bietet Largo Winch die eine und andere überraschende, wenn auch nicht spektakuläre Storyentwicklung, die so nicht vorhersehbar war.

Hätte man mehr daraus machen können? Ich meine ja. Vor allem wäre manchmal weniger mehr gewesen. Gereicht hat es dennoch für überdurchschnittliche Unterhaltung, einen soliden Krimi mit einer charismatischen Hauptfigur, einer Menge schicker und wechselnder Locations, toller Architektur und ein paar hübschen Frauen.

Ich werde mir Largo Winch auch noch ein zweites Mal in synchronisierter Fassung anschauen. Für die Ewigkeit ist der aber leider nicht. Ich mag diesen Filmtyp, darum gibt's sieben Punkte, aber ganz knapp.
Frank
sah diesen Film im Cinemaxx 6, Hamburg

25.08.2009, 01:53



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