The Children

Children of the Damned

von GeorgeKaplan
Die ersten, die auf den Gedanken kamen, dass der Horror ausgerechnet von den unschuldigsten unter den Wesen, den Kindern, ausgehen könnte, waren meines Wissen nach die Briten. 1960 gebar in "Village of the Damned" ein ganzes Dorf eine Brut des Bösen, und weil es so gut funktionierte, gab es es drei Jahre später noch ein Quasiremake als Sequel mit "Children of the Damned" obendrauf. Es ist daher irgendwie rührend, sich fast 50 Jahre später auf diese Wurzeln zu besinnen und den liebenswerten kleinen Biestern das "liebenswerte" ein für allemal zu nehmen.

"The Children" funktioniert dabei, wie bereits mein Vorredner Lovecraft feststellte, wie "The Birds". Nur ist er nicht so gut, weil er unter anderem die Fehler macht, vor denen Hitchcock gewarnt hat: "Sie gehen ins Kino, setzen sich hin und sagen 'Nun zeigen Sie mal!' Dann wollen sie immer alles vorhersehen 'Ich weiß schon, wie es kommen wird.' Und ich bin gezwungen, darauf zu reagieren: 'So, Sie wissen es schon? Na, das wollen wir doch mal sehen.'"

Nach einem stimmungsvollen Beginn im winterlichen Wald finden wir uns bei einem weihnachtlichen Familientreffen wieder, und müssen uns erst mal sehr lange durch nichtssagende Nichtigkeiten kämpfen. Die ersten Angriffe der Kids kommen nicht überraschend, sondern sind regelrecht herbeigesehnt, und von den sadistischen Fallen sollte man dabei nun nicht zu viel erwarten, anfangs helfen die Eltern mit einer gehörigen Portion noch nach. Vieles wirkt zufällig, in jedem Fall arg konstruiert, und richtig Angst will auch nicht aufkommen.

Es reicht nun mal nicht, einfach Kulleraugen und ein blutiges Messer in einer Schnittfolge zu kombinieren, selbst wenn das in der Filmtheorie so beschrieben ist. Entscheidend ist vielmehr, in welcher Einstellung die Bilder fotografiert wurden, die man in einer Montage kombiniert. Und wenn man Kinder aus der Obersicht fotografiert, wirkt es vielleicht realistischer, weil das der Blickwinkel des typischen Erwachsenen ist, aber dämonischer ist es, die Kinder aus der Untersicht zu fotografieren.

Das soll nicht heißen, dass "The Children" nicht seine Momente hat, mindestens einmal hat der Film mir tatsächlich Angst gemacht. Aber der kleine Damien an der Seite von Gregory Peck war schon ein anderes Kaliber.
GeorgeKaplan
sah diesen Film im Cinedom 9, Köln

28.08.2009, 12:40



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