In the Electric Mist

Im elektrischen Mist

von zoulwags
Ich gehe das Ganze mal rezeptionsästhetisch an. Neben mir saß auf einer Kuschelbank ein Pärchen, bei dem offensichtlich der Herr die Dame zum Kinobesuch überredet hatte. Nach etwa einer Dreiviertelstunde begann der Herr beruhigend auf die Dame einzureden bzw. ihren Arm zu streicheln. Irgendwann wurde dann geknutscht. Schräg vor mir versuchte ein Dauerkartenbesitzer alle 10 Minuten im Halbdunkel die Uhrzeit auf seiner Armbanduhr zu erkennen, und immer mal wieder sah ich Leute raus- und reinschlappen.
Warum mir das alles aufgefallen ist? Tja...
"In the Electric Mist" ist von allem ein bisschen. Ein bisschen Südstaaten-Thriller (wobei sich der Thrill bei mir kaum einstellte), ein bisschen Rassismusdrama, ein bisschen Arthousefilm, ein bisschen magischer Realismus. Und vor allem eine Menge Leerlauf. Schön gefilmter Leerlauf, das sei Regisseur Tavernier zugestanden, aber eben doch ermüdend. Klassische, gepflegte Langeweile. Und wenn Tommy Lee Jones monologisiert, sollte man nicht zu genau zuhören, denn sonst kann man gleich noch das Adjektiv "prätentiös" dazupacken.
Wofür kann man also Punkte vergeben? Zwei auf jeden Fall für die Landschaftsaufnahmen, einen für den wohlklingenden Filmtitel (und es tut mir bereits leid, dass ich ihn in der Überschrift verkalauert habe - aber ich musste es tun, es war wie ein Zwang!) und einen dafür, dass John Goodman endlich mal wieder in einem "Family Restaurant" fluchen durfte.
zoulwags
sah diesen Film im Metropolis 1, Frankfurt

30.08.2009, 02:50



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