The Thaw - Frozen

Der dicke Val und die Killer-Maden

von D.S.
Val Kilmer sieht schlecht aus. Aufgedunsen, schlapp, ausdruckslos. Das ist das erste, was einem bei THAW auffällt - und vielleicht auch das Erinnernswerteste. Ansonsten bekommt man hier nämlich vor allem eins geboten: B-Movie-Gülle wie aus dem Lehrbuch. Mit eindimensional gezeichneten Charakteren, unglaubwürdigen Verhaltensweisen, dümmlichen Dialogen, schön ekligen Viechern und einer vollkommen durchgeknallten Rahmenhandlung oder auch "Message", wenn man den für den Film Verantwortlichen tatsächlich unterstellen will, sie hätten die Öko-Endzeit-Aussage ernst gemeint.

Der dicke Val spielt den renommierten Ökologieprofessor Dr. Kruipen, der sich auf Forschungsmission in der Arktis befindet. Dort sieht es allerdings nicht unbedingt so aus, wie man das vielleicht erwarten würde: dank des vom Menschen verschuldeten Klimawandels sind weite Teile des Eises geschmolzen - und so stolpert man dort heute schon mal über einen völlig unversehrten Mammut-Kadaver. Ohne Eis ist der natürlich leicht verderblich. Vor allem, wenn sich schon vor 20.000 Jahren fiese Parasiten in ihm eingenistet haben, die heute nicht weniger Appetit haben als damals...

Gute Rahmenbedingungen für minderbemittelten Trash. Den bekommen wir dann auch geboten, als drei Spitzenstudenten aus Kruipens Kurs und seine eigene Tochter in der Basisstation ankommen und natürlich nichts Besseres zu tun haben, als in einem dort vor sich hin faulenden Eisbärenkörper herumzustochern. Man infiziert sich fröhlich - es sei denn, man ist einer der Heldencharaktere, denen kann so was natürlich nicht passieren. Aber alle anderen sind bald wandelnde Larvennester. Und dann ergießt sich die Krabbelviecherpest auch schon aus allen Rohren über die strunzdoofen Figuren...

... die in entscheidenden Sekunden ihre grundsätzlichen Überzeugungen in Frage stellen, um das dann gleich wieder zu revidieren. Die von ihrem Fachgebiet offenbar nicht den geringsten Schimmer haben. Die ganz dringend etwas aus einem komplett parasitenverseuchten Raum holen müssen, das ihnen direkt danach wieder völlig egal ist. Die einen Raum unter Quarantäne stellen, nachdem sie sich schon eine halbe Stunde seiner vermuteten Verseuchung ausgesetzt haben. Und so weiter und so fort... THE THAW gewinnt ganz klar den Logikloch-Award 2009 (gefolgt von THE CHILDREN)! Die Story ist an den Haaren herbeigezogen und so richtig dämlich fortkonstruiert worden - es ist zum Schreien.

Aber eigentlich erwartet man ja genau das von einem echten Trash-Film. Wie auch den Fakt, dass er sich unglaublich ernst nimmt, während wir Zuschauer davon nur peinlich berührt sein können. Und eben fiese Insekten und ordentliche Ekelmomente. Alles da. Alles gut?

... wenn man sich auf lupenreinen Trash einstellt, dann ja. In der richtigen Runde und Stimmung genossen, macht der Film tatsächlich eine gewisse Art von Spaß. Auch wenn er, bei Lichte betrachtet, natürlich einfach nur vollkommen daneben ist. Und wenn man das Gebotene ernst nimmt, kann man auch zum selben Schluss wie eine Bekannte kommen: "Man sollte die Praktis von Al Gore keine Horrorfilme machen lassen." Ich vergebe dann mal 5 Punkte...
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt

30.08.2009, 06:02



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