Moon

Die dunkle Seite des Mondes

von D.S.
Leere. Einsamkeit. Drei Jahre lang. Alleine auf dem Mond. Kein Wunder, dass Sam inzwischen ein ganzes Stück neben der Spur ist und sogar schon mit seinen Pflanzen redet. Aber seine drei Jahre als Vertragsarbeiter für Lunar Industries sind fast vorbei - dann kann er endlich wieder zur Erde zurückkehren, zu seiner Frau Tess und der kleinen Tochter Eve.

Kurz vorher baut er jedoch mit dem Mondfahrzeug einen schweren Unfall im freien Feld. Er erwacht einige Zeit später im Krankenzimmer der Basisstation, wo sich Assistenzroboter GERTY um ihn kümmert. In der Folge wird ihm jedes Verlassen der Station von seinen Auftraggebern untersagt, und auch GERTY will ihn daran hindern. Doch Sam gelingt es, sich hinauszuschleichen und die Unfallstelle noch einmal aufzusuchen. Was er dort vorfindet, lässt ihn an seinem Verstand zweifeln - und an den Hintergründen seiner Mondmission...

MOON besticht in allererster Linie durch seine formalen Qualitäten. Die Bilder der Mondoberfläche wirken faszinierend, der Score von Clint Mansell ist wie (fast) immer grandios, Sam Rockwell spielt, als ginge es um sein Leben. All das erzeugt eine unglaublich dichte Atmosphäre - schon nach kurzer Zeit fühlt man sich wie an der Seite von Sam, weit draußen im sprichwörtlichen Nichts, allein gelassen und verloren. Leider kann die Handlung aber nicht ganz mit diesen "Schauwerten" mithalten: das große "Mysterium" des Films wird viel zu schnell und viel zu unsubtil aufgelöst. Die sich daran anschließende zweite Hälfte des Films geht recht umständlich und ohne große Höhepunkte vor - das Ziel der Handlung ist klar und ihm wird ohne große Umwege nachgegangen, die dazwischen stehenden zahlreichen Dialoge sind nur von bedingtem Erkenntniswert und tragen nicht viel Essentielles zur Story bei.

Ich hätte mir eine größere Rolle für Kevin Spacey als GERTY(s Stimme) gewünscht und eine größere Geschichte. Dennoch kann MOON fesseln, da das Setting schlicht hypnotisch wirkt. Ein Rahmen also, in dem man sich verlieren kann - aber eine Handlung, die man kein zweites Mal verfolgen möchte. Schade, da wäre mehr drin gewesen. Aber auch so sollte man sich den Film beim Festival auf keinen Fall entgehen lassen, denn solche Bilder brauchen die große Leinwand. Das sahen in Frankfurt wohl auch einige andere Menschen so: der ganz große Saal war restlos ausverkauft, und das an einem Montagabend. Von mir 7 Punkte - SciFi-Fans vergeben vielleicht noch mehr.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt

01.09.2009, 05:35



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