Infestation

The Bugpire strikes back

von D.S.
Chris Marquette, mit frischem FANBOYS-Fame gesegnet, spielt Cooper: einen echten Loser und Sozialautisten, der nur eines noch weniger gut kann als Frauen aufreißen: seinen Job behalten (oder auch "erwachsen werden", wie es sein Vater wohl sagen würde - gespielt vom guten alten Ray Wise). Gerade wird er wieder mal gefeuert. Ganz praktisch also eigentlich, dass genau in diesem Moment ein ohrenbetäubend lautes, schmerzhaftes Summen erklingt und alle Menschen in seinem Büro in Ohnmacht fallen. Tage später erwacht Cooper, eingesponnen in einen Kokon. Er befreit seine Chefin, nur um mit ihr festzustellen, dass sie nicht die einzigen Betroffenen sind: die ganze Stadt ist einem Angriff riesiger, fieser Insekten zum Opfer gefallen. Oder sogar das ganze Land?

Jetzt könnte man meinen, es handele sich um die Rache der vom Menschen unterdrückten Käfer, Spinnen und Libellen, aber die Viecher hier haben einen dezidiert außerirdischen Touch. Geklärt wird das im Film aber nie, ebenso wenig wie die Beweggründe oder Ziele der Krabbel-, Flieg- und Springarmeen (mal abgesehen vom Offensichtlichen: Menschen als Nahrung zu nutzen). Das schadet aber nichts, ich fand es im Gegenteil fast erfrischend, dass der Film keine Zeit auf irgendwelche hanebüchenen Pseudo-Erklärungen verschwendet. Auch mit der Einleitung fasst er sich äußerst kurz: nur ein paar Minuten, und wir sind mittendrin in der Insekten-Action.

Das bedeutet aber leider nicht gleichzeitig auch ein kontinuierlich hohes Tempo. Immer wieder kommt es zu Längen, als sich Cooper mit einem kleinen Trupp unterschiedlichster aus ihrem Kokon befreiter Menschen auf den Weg zum Haus seines Vaters macht (der hat einen Bombenschutzbunker, der ist gut ausgestattet, dort wird man weitersehen, das reicht ja wohl als Plan). Dabei stört unglaubwürdiges zwischenmenschliches Geplänkel ebenso sehr wie die Überzeichnung einzelner Charaktere, aber beides hält sich im Rahmen. Viel schlimmer für den Unterhaltungswert des Films ist die Tatsache, dass es viel zu selten zu Zusammenstößen mit den Chitin-Aggressoren kommt und diese meistens auch nicht spektakulär genug ablaufen. Hinsichtlich der Fähigkeiten und Angriffstechniken der Viecher hätte ich mir etwas mehr Kreativität und Abwechslungsreichtum gewünscht.

INFESTATION ist von seiner Geschichte her lupenreiner Trash, von seiner Umsetzung her trifft es das aber nur so halb. Zwar gibt es die obligatorischen Logiklöcher, die obligatorischerweise völlig egal sind, aber die Partystimmung will sich nicht kontinuierlich halten. Dafür ist der Film dann insgesamt doch zu ruhig, zu wenig over-the-top. Für mich ist er auch weniger eine Persiflage à la EIGHT LEGGED FREAKS als vielmehr eine in sich halbwegs ernsthafte Hommage an Insektenhorrorfilme. Natürlich getränkt mit Comedy-Elementen, aber nicht unbedingt mit Selbstironie.

Wie auch immer: insgesamt macht der Film auf jeden Fall Spaß. Aber man hat das Gefühl, es wurde Potential verschenkt. Falls es eine Fortsetzung gibt: bitte mehr Gas geben! 6 Punkte.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt

01.09.2009, 05:37



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