crazy

Musa

Liebe bis in den Tod!

von ichi
MUSA zeigt mal wieder, wie intensiv und vielzählig die Thematik "Liebe bis in den Tod" in den asiatischen Filmen glorifiziert wird. Gut, wer möchte nicht gerne für eine Traumfrau wie Zhang Ziyi (Crouching Tiger, Hero) sein Leben lassen, da hat man doch irgendwie das Gefühl das Leben hatte einen Sinn, aber warum gleich ganze Familien, hunderte von Menschen für nur eine Frau abgeschlachtet werden müssen, das versteht nur der Asiat wirklich. Ok, hier handelt es sich um eine Prinzessin, aber man merkt ihr die sterbliche Menschlichkeit doch nur allzu sehr an. Irgendwie verkommt das riesige Epos damit leider etwas zur Schmunzelei, wenn man sich zum 10. mal denkt "Jetzt rückt das Weib doch endlich raus!", und doch fleißig weiter Mann für Mann, Frau für Frau, Kind für Kind abgeschlachtet wird, während unsere doch recht arrogante Prinzessin meist völlig unbeeindruckt daneben steht. Nun gut, also wer gerne extreme Liebesgeschichten mag und sich vorstellen kann sein Leben und das vieler anderer für eine Prinzessin zu opfern, wird dem Film wohl einen gewissen Ernst abgewinnen können. Das schöne ist, der Spass kommt dabei auch nicht zu kurz, denn etliche gelungene Gageinlagen lockern den Film etwas auf und das ist auch nötig, denn die 160 Minuten sind vollgespickt mit lähmenden Längen. Besonders am Anfang mag der Film nicht so Recht in Fahrt kommen, bekommt dann ab der Mitte aber richtiges Blockbuster Feeling und das ist jetzt nicht negativ gemeint.
Die Schlachten machen in der Härte da weiter wo Braveheart aufhört und wirken gegenüber Hero endlich mal wieder realistisch. Die Masken sind gut bis sehr gut, weniger hat mir aber gefallen, dass selbst bei trockenster Hitze und Wassernot, diese riesigen Rüstungen nicht abgelegt werden - LogikOFF. Auch die Rolle eines der Hauptdarsteller überzeugt mich nicht wirklich und zwar die des Koreaners, der am Anfang als Sklave auftritt und sich nicht so Recht entscheiden kann ob er jetzt die Unterwürfigkeit selbst darstellen will oder sich als alles niedermetzelnden Krieger darstellt. Warum zieht der Typ die Krieger Nummer nicht die ganze Zeit durch? Wer hat ihn zum Masochisten verenden lassen, der es im Kampf dann aber scheinbar doch versteht dem Gegner selbstbewusst entgegen zu treten und ihn zu Gulasch zu verarbeiten. Insgesamt bleibt ein asiatischer Material Arts Film der durchaus sehenswert ist und niemand verpassen sollte! Erwartet aber kein Braveheart, besonders was Landschaft und die Mentalität der Herz/Schmerz Szenen angeht, aber dieser Vergleich ist hier eigentlich auch irrelevant.
ichi
sah diesen Film im Turm-Palast, Frankfurt

08.08.2003, 22:12



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