Die mutige Comic-Adaption "Blueberry" von Jan Kounen bricht mit vielen Sehgewohnheiten und entführt zugleich in fremde Sphären mit seinen ruhigen fantastischen Bildern und dem hypnotischen Sound(-track). Ein filmischer Drogentrip wie es ihn bisher noch nicht zu sehen gab, mit wunderschönen Momenten (z.B. eine Underwater Sex-Szene mit Juliette Lewis) und einer Menge Kultpotenzial, dank dem feinen Cast (u.a. Michael Madsen, Ernest Borgnine). Die Regiearbeit ist ungewöhnlich und geht einen eigenwilligen Weg, der sehr visuell orientiert das Tempo immer wieder zurücknimmt um den Soundtrack und die Landschaftsaufnahmen wirken zu lassen. Leider wird die simple Geschichte aus typischen Versatzstücken wie Schuld, Rache und Erwachsenwerden schnell zur Nebensache und bietet nur sehr wenig Action und fast gar keinen Humor. Deshalb schießt der Film knapp an einem "guten" Film vorbei und bleibt wie "Full Metal Jacket" ein interessantes Film-Experiment, das ich jedoch nicht bereue gesehen zu haben. |