One-Armed Swordsman

Mit links fertig gemacht!

von Kaminari
Am besten man betrachtet THE ONE ARMED SWORDSMAN von zwei Gesichtspunkten aus; zum einen von seinem Status als Klassiker des Kung-Fu Films, sowohl als auch des chinesischen Films im allgemeinen, zum anderen wie sehr er auch ein Publikum ohne größeres filmhistorisches Interesse begeistern kann.

Für Fans des asiatischen Kinos und für Cineasten ist der Film jedenfalls absolutes Pflichtprogramm. Es ist zwar nicht der "erste" Kung-Fu Film im herkömmlichen Sinne (diese Ehre dürfte wohl King Hus DRAGON GATE INN (1966) - hierzulande selten mal als DIE HERBERGE ZUM DRACHENTOR gezeigt - zuteil werden), jedoch setzte er gewisse Maßstäbe (u.a. die Meister/Schüler Plotline) und etablierte Wang Yu, Chang Cheh und die Shaw Brothers Studios als die großen Namen im HK Kino.

Vieles an dem Stil und der Dramaturgie des Filmes erscheint uns heute etwas ungewohnt und macht ihn leicht und nicht fair zum Opfer einigen Spottes, allerdings sollte man auch immer den Kontext im Auge behalten. Als einer der ersten "modernen" Martial Arts Filme bediente er sich immer noch vieler Stilelemente aus der Peking Oper (z.B. das roboterartige Lachen der Bösewichte: "Ho! Ho! Ho! Ho!" - oder die etwas ungeschliffene Kampf-Choreografie) die von einem chinesischen Publikum der sechziger Jahre natürlich ganz anders aufgefasst wurden. Ebenso wurde der Film größten Teils auf einem Studio Set gedreht.

Trotzdem schafft es der Film aber immer noch zu unterhalten, was vor allem an der gut erzählten, relativ durchgeknallten Handlung liegt. Durch eine Reihe dummer Zufälle verliert Gang-Er seinen rechten Arm (von der Tochter seines Meisters abgehackt), er verlässt die Qi Schwertschule und stellt sich schonmal auf ein Leben als behinderter Reisbauer ein. Doch als die alte Rivalität zwischen der Qi Schule und der des "Long-Armed-Devil" wieder aufflackert, rufen ihn alte Loyalitäten zurück ins Leben eines Kämpfers. Die vermeintliche Schwäche wird nun zur Stärke, da Long-Armed-Devil dank einer neuen Superwaffe allen Kampftechniken der Qi gewachsen ist - ausser eben denen eines einarmigen Linkshänders!

Was mich vor allem überraschte, war, dass ONE ARMED SWORDSMAN um längen besser als viele spätere Kung-Fu Filme ist. Die Set Kulissen verleihen dem Film einen sehr eleganten Look der in späteren und billigeren SB Produktionen, in denen der Showdown meist irgendwo auf der grünen Wiese stattfindet, nicht mehr zu finden ist. Ebenso wurde hier auch noch für gute Kostüme gesorgt und Perücken sind nicht auch als solche erkennbar. Auch die Story hat ein gutes Tempo, ist leicht zu folgen und verliert sich nicht in endlosen Faustkämpfen - sogar die Soundeffekte wurden hier noch variiert. Sehr gut hat mir dann auch noch der Ennio Morricone angehauchte Soundtrack gefallen.

Die neuen Prints sind jedenfalls tadellos, und heben die satten Farben der Sets und Kostüme wirklich schön hervor. Für Fans des Asiatischen Kinos aber auch für Leute mit filmhistorischem Interesse nach wie vor einspruchslos zu empfehlen, aber auch sonst kann man gut unterhalten werden.
Kaminari
sah diesen Film im City, München

23.07.2004, 18:58



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