crazy

The Silent House

Opfer der Technik

von D.S.
Vater und Tochter werden beauftragt, ein entlegenes, altes Haus zu entrümpeln. Vom Dachgeschoss kommen seltsame Geräusche. Als sie denen auf den Grund gehen wollen, entdecken sie finstere Geheimnisse, die Protagonisten wie Zuschauer schockieren werden...

...alles schon mal da gewesen? Nicht ganz, denn "The Silent House" hat wesentlich mehr zu bieten, als es zunächst den Anschein hat. Zunächst einmal ist da natürlich die Herkunft des Films: Uruguay ist nun nicht gerade als die Heimstatt des Horrors bekannt, aber Drehbuch, Inszenierung und Technik wirken von vorne bis hinten absolut professionell und routiniert. Daneben wartet aber auch die Story mit ein paar Überraschungen auf. Die Auflösung gefiel mir persönlich zwar nicht besonders, das ist aber eher Geschmackssache - originell und reichlich hart ist sie allemal. Und zuletzt ist natürlich noch das "Technik-Gimmick" zu nennen: der Film wurde komplett in einem Take gedreht, ganz ohne Schnitte. Was zwar nun weder für die Story noch die filmische Umsetzung eine besondere Relevanz hat, aber zweifellos trotzdem ein Lob an die Beteiligten verdient. Wie auch die Entscheidung, NICHT auf den spätestens seit "REC" so beliebten Handkamera- bzw. Wackel-Look zu setzen.

"The Silent House" ist ein stimmungsvoller, ruhiger, in jeder Hinsicht sehr düsterer Film, der in den meisten Rankings vermutlich ziemlich weit oben landen würde. Wenn wir es beim FFF nicht mit einer so derb fehlerhaften Kopie zu tun hätten. Dass die Untertitel asynchron sind, wurde ja bereits erwähnt - dabei ist das noch halb so wild. Dieses Problem tritt erst ungefähr zur Hälfte des Films auf, und ab diesem Zeitpunkt gibt es ohnehin nur noch wenige Dialoge. Die Asynchronität ist dann zwar immer noch ärgerlich (insbesondere, wenn die Untertitel mehr als eine Minute vor den tatsächlichen Dialogen eingeblendet werden), aber zu verschmerzen. Viel schlimmer sind die regelmäßigen Tonaussetzer, ebenfalls ab etwa der Mitte des Films. Dieses Problem zieht sich über mindestens 20 Minuten hin und tritt ca. alle zwei Minuten auf. Wie viel da bei einem Film verloren geht, der fast ausschließlich auf seiner Atmosphäre aufgebaut ist, sollte jedem klar sein...

... sehr sehr schade, denn von Inszenierung, Schauspielerleistungen und auch Story her wäre mehr drin gewesen als nur 6,5 Punkte. Aber auch so ein Empfehlung für diesen Exoten, der tatsächlich versucht, eigene Wege zu gehen. Leider ein wenig zu lange: nach dem Abspann geht der Film weiter und will fast gar nicht mehr aufhören...
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt

27.08.2010, 05:27



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