crazy

Get Shorty

Review

von Alan Smithee
Der folgende Review enthält SPOILER!
Los ging es mit "The Horribly Slow Murder with the Extremely Inefficient Weapon", einem ziemlich lustigen Pseudotrailer für einen Film über den langsamsten Mord der Filmgeschichte. Schönerweise ist der Kurzfilm auf Youtube verfügbar:
http://www.youtube.com/watch?v=9VDvgL58h_Y

Nicht weniger witzig ging es danach mit "He Dies at the End" weiter, einem irischen Kurzfilm, der auf amüsante Weise Onlineumfragen aufs Korn nimmt und ein tolles Ende hat, bei dem das ganze Publikum lachen musste. Auch dieses schöne Werk gibt es auf Youtube:
http://www.youtube.com/watch?v=4jOU3m_tHtQ

In "The Story of my Life" (Toute Ma Vie) begegnet eine Frau auf einer Pariser Brücke einem mysteriösen Mann, der viele sehr persönliche Details aus ihrem Leben kennt und hinter dem sich weit mehr verbirgt, als man zunächst vermutet...
Der Film gewann beim Rhode Island International Film Festival übrigens den Preis als bester Kurzfilm 2010 und geht damit ins Nominierungsrennen für die nächste Oscar-Verleihung.

Auf seine Weise sehr süß fand ich "I love Sarah Jane" mit Mia Wasikowska, die später die Hauptrolle in Tim Burtons "Alice in Wonderland" ergattern konnte. Der Film, in dem es unter anderem um eine Zombieplage in Australien geht, hat eine wirklich schöne Schlusszene, in der ein Lächeln mehr als 1000 Worte sagt. :)
Der dritte und letzte Film des Kurzfilmprogramms, den ich auf Youtube finden konnte:
http://www.youtube.com/watch?v=gYxs7Y7ulrM

Mindestens ebenso süß war "Love me Tender", der mich mit der Suche seiner Hauptfigur nach der wahren Liebe ein wenig an Lola in "The Loved Ones" erinnert hat und unter anderem anschaulich zeigt, dass es sehr gefährlich werden kann über einen Filmklassiker wie "Casablanca" zu lästern. ;)

Ein Dauerschmunzeln verpasste mir "Half Hearted", in dem ein junger Brite nach einer wilden Partynacht mit einem halben Herztattoo auf dem Unterarm aufwacht und sich zu allem Überfluss auch noch einer (gutherzigen) Prostituierten gegenübersieht, die ihr Geld einfordert, was in der Folge zu einigen witzigen Verwicklungen führt.

"Uyuni" aus Spanien war visuell interessant, aber eine ziemlich bittere Pille über einen völlig verkorksten Heiratsantrag...

Mit "Shinda Gaijin" ging es danach wieder fröhlicher weiter: Eine junge Japanerin findet darin in ihrer Badewanne eine Leiche vor, die nach ihrer Entsorgung immer wieder zurückkehrt...

Für Lacher sorgte auch der wirklich sehr kurze "Oma rennt!" über das Wettrennen um eine Parkbank. Mit einer liebevollen Widmung im Abspann, die dem Film eine sehr persönliche Note gibt.

Der aus meiner Sicht schwächste Kurzfilm kam zum Schluss:
"The Kinematograph", ein polnischer Animationsfilm über die Erfindung des Kinos noch vor den Lumière Brüdern, der für meinen Geschmack ein wenig zu sehr auf die Tränendrüse drückte.

Rückblickend war "Get Shorty" für mich ein wirklich schöner Einstieg in die Welt des Kurzfilms. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei. ;)
Alan Smithee
sah diesen Film im Cinecitta' 2, Nürnberg

14.09.2010, 03:27



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