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The Butterfly Effect (2004)

Schmetterlinge fliegen nicht besonders hoch...

...und selbiges gilt auch für "The Butterfly Effect". Soll heißen: natürlich ist das hier ein sehr interessanter, äußerst unterhaltsamer und leidlich origineller Film. Aber noch lange kein Klassiker, den man in einem Atemzug etwa mit "Donnie Darko" nennen dürfte. Macht Spaß für einen Abend, liefert vielleicht Gesprächsstoff für eine Woche - aber nach spätestens einem Jahr ist dieser Film höchstwahrscheinlich schon wieder komplett vergessen. Denn er ist zu glatt, um wirklich zu berühren. Und zu sehr "Film", in seiner Aussage zu sehr auf seine Handlung zugeschnitten, zu wenig universell übertragbar. Eben ganz im Gegensatz zu einem verstörenden Meisterwerk wie "Donnie Darko" - das ein in Zügen ähnliches Thema natürlich auch weit früher aufgegriffen hat. Aber nun mal auch wesentlich sensibler, wesentlich weniger laut und "sensationslüstern" umgesetzt hat.

Nicht falsch verstehen, "The Butterfly Effect" ist (auch) für mich einer der besten Filme im diesjährigen FFF-Programm. Er wird niemals langweilig, bleibt bis zuletzt spannend und ist ungewöhnlich genug, um aus dem Einheitsbrei herauszustechen. Sprich: er bietet sehr gute Unterhaltung. Aber mehr als Unterhaltung ist dann auch nicht drin - er stößt nicht unbedingt zu neuen Gedanken an, er öffnet keine eigene Welt, er bricht dann eben doch nicht konsequent mit unseren Seh- oder Wahrnehmungs- oder Denkgewohnheiten. Er bleibt ein Hollywood-Film, wenn auch einer der oberen Güteklasse, und einer, der sogar heikle bis unangenehme Themen anspricht.

Aber er liefert nicht nur keinerlei Erklärung für das Geschehen (und verbleibt so eben Story, überschreitet nicht ansatzweise die Grenze zum real Vorstellbaren), er hat auch ein paar - wenn auch eher nebensächliche - logische Fehler. Was ihn erst recht darauf reduziert, ein Film zu sein. Der auf der Negativseite weiterhin ein paar unsinnig überzeichnete (Neben-) Figuren verbucht. Und der leider manchmal doch das Gefühl vermittelt, mit aller Macht etwas Besonderes sein zu wollen - statt es wirklich zu sein.

Das hört sich nun alles negativer an, als ich es meine. "The Butterfly Effect" macht Spaß, ist insgesamt gut besetzt, gut gefilmt, erhält seinen Spannungsbogen und sein Tempo kontinuierlich aufrecht. Er ist deshalb eine unbedingte Empfehlung. Aber etwas Außergewöhnliches... ist er leider nicht. Deshalb von mir "nur" 7,5 Punkte.
Dominic Saxl
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt
OOOOOOOo..
07.08.2004, 05:08
 

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