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The Machinist (2004)

Menschliche Abgründe

Ja, wer hier Action erwartet hat, oder den Film schlecht redet, weil er sich Popkorn-like unterhalten wollte, der hat hier wohl bisher keine Kritiken gelesen, bzw. sich nicht vorher etwas über den Film informiert. Also diese Pappenheimer, die das geschrieben haben, sollten sich lieber erst mal selbst kritisieren. Überhaupt ist es eigentlich unmöglich "The Machinist" wirklich schlecht zu reden, denn er bietet alles, was der anspruchsvolle Kinogänger an FFF-Filmen so mag. Eine sehr eigenartige Geschichte, fantastische Schauspieler (besonders der Hauptdarsteller), atmosphärische Bilder, mysteriöse Musik und eine am Ende sehr logische Geschichte. Mehr kann man sich doch kaum von so einem Film wünschen.

Christian Bale, der Hauptdarsteller, hat sich im wahrsten Sinne des Wortes wirklich mit Fleisch und Blut dieser Rolle hingegeben und seit Björk in "Dancer in the Dark" hatte ich das erste Mal wieder das Gefühl, der schauspielert nicht, der lässt uns hinter die Fassade eines real Lebenden blicken - das ist kein Schauspieler, Trevor und Christian Bale sind eins.

So ist es also schon spannend Christian Bale zu beobachten, wie er sich selbst zu repräsentieren scheint. Dabei wächst einem Trevor im Verlauf der Geschichte richtig ans Herz. Man wünscht sich zumindest, dass ihm etwas Glück widerfahren könnte, dass er vielleicht nicht jede weibliche Zuneigung am Ende mit einem Geldschein berappen muss. Die Bilder sind dabei stets sehr kühl, vermitteln manchmal aber auch etwas wärme. Wenn Trevor fast jeden Tag, um 01:30 Uhr morgens beim Airport in der Gaststätte sitzt und sich einen Kaffee geben lässt, von einer Lady, die er sehr sympathisch findet, dann erinnert mich das vom Feeling her sogar ein wenig an "Lost in Translation". Und auch zwischen dem ganzen Chaos, der Trevor umgibt, und der pessimistischen Grundeinstellung des Filmes, lodert immer wieder auf, dass Trevor an und für sich ein freundlicher Mensch ist, der sich Drogen, Alkohol und Gewalt eigentlich von sich weg wünscht. Insgesamt kann man dem Film also viel entnehmen und wer sich einfach auf einen besonderen, gemächlich erzählten, tiefsinnigen Film, mit einem fantastischen Hauptdarsteller freut, der wird einen sehr intensiven Kinoabend erleben. Entsprechend wurde "The Machinist" auch am Ende beklatscht - mehr braucht man dazu kaum zu sagen.
Horowitz
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt
OOOOOOOOO.
07.08.2004, 20:29
 

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