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Madhouse (2004)

Ab in die Anstalt!

...möchte man Regisseur und Drehbuchautoren hier des öfteren zurufen. Und zwar in die Anstalt für phantasievollere Skripte und Umsetzungen. Ein Besuch dort würde ihnen sicherlich nicht schaden...

"Madhouse" ist absolute Ramschware mit nicht einer einzigen originellen Idee. Dafür mit Charakteren vom Reißbrett (die sadistische Oberschwester, der ignorante Chefarzt usw.), die sich regelmäßig unglaubwürdig verhalten. Und mit einer Story, die schon hunderte Male da war, und kaum spannungsfreier hätte umgesetzt werden können. Dazu kommen so viele Klischees, daß man den Film beinahe schon als Persiflage werten könnte. Und ganz schlimm wird es am Ende, als "Madhouse" clever sein möchte - dabei aber vollkommen vorhersehbar ist. So bleibt als Gesamteindruck haften: gewollt und nicht gekonnt.

Schön wäre es, wenn der Film angesichts seiner offensichtlichen Mängel bezüglich Drama und Dramaturgie wenigstens mit einer stimmungsvollen Atmosphäre punkten könnte. Doch weit gefehlt, der einzige Handlungsort, die fast 100 Jahre alte Cunningham-Klinik, wirkt nun wirklich nicht besonders "spooky". Sondern wie, naja, eine Klinik für psychisch Gestörte eben. Einzig der finstere Keller, in den die schwersten Fälle weggesperrt wurden, hat was. Wenn man die Psychopathen dort schreien und an die Türen hämmern hört, gewinnt der Film für einige Momente ein wenig Flair (wenn man die Betreffenden dann aber sieht, gleitet das ganze manchmal schon wieder ins Lächerliche ab...).

Wenn wir nun verfolgen, wie der Arzt im Praktikum Clark durch die Gänge der Anstalt streift, auf nette und weniger nette Patienten und Kollegen trifft, mit einer hübschen Krankenschwester anbandelt und auf immer mehr Seltsamkeiten stößt, was Geschichte und gängige Behandlungspraxis der Klinik betrifft, könnten wir eigentlich genauso gut eine Folge "Emergency Room" ansehen. Weniger aufregend wäre die wohl auch nicht; es passiert dort im Gegenteil einiges mehr (wenn auch natürlich weniger mysteriöses).

Die seltenen Sequenzen, in denen in "Madhouse" dann aber doch etwas passiert, sind recht gut in Szene gesetzt. Das muß man dem Film zugute halten, und das rettet ihn letztlich auch vor dem völligen Verriß: die Effekte sind sauber und wirksam, die Schocks funktionieren, die "Erscheinungen" relativ gruselig inszeniert (insbesondere die Einleitung ist sehr interessant gehalten - bleibt dann aber leider auch fast schon der Höhepunkt).

Wenn man ihm also auch nicht NUR Schlechtes abgewinnen kann und er insgesamt recht schmerzfrei ertragbar ist, kann man "Madhouse" kaum guten Gewissens empfehlen: Jeder, der schon mehr als eine Handvoll Genrefilme gesehen hat, wird hier hauptsächlich gähnen. Und wer ein Neueinsteiger ist, hat weit bessere Filme zur Auswahl als diesen (immerhin) routiniert abgefilmten Nachmittagsgrusler. Müder Durchschnitt, den man sich getrost schenken kann. 5 Punkte.
Dominic Saxl
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt
OOOOO.....
12.08.2004, 17:49
 

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