von Fans für Fans
Neu | Filme - 2008 | Reviews | Forum | faq | Impressum | Suchen
 

Ginger Snaps Back: The Beginning (2004)

Hungry like a Wolf...

"Ginger Snaps 3" ist für mich sehr zwiespältig zu bewerten. Einerseits, für sich genommen, ein hervorragender Werwolffilm, der durch Konsequenz und Ernsthaftigkeit, großartige Bilder und zwei (wie immer) exzellente Hauptdarstellerinnen glänzt. Sicher einer der besseren Vertreter des Genres. Andererseits, im Zusammenhang mit den beiden Vorgängern betrachtet, ein Film, bei dem man den Verdacht nicht los wird, es wäre hauptsächlich darum gegangen, aus der "Ginger Snaps"-Reihe noch etwas mehr Geld zu schlagen.

Als ich das erste Mal von einem Prequel zu "Ginger Snaps" hörte, war ich sehr gespannt, wie der Film die Brücke zu den beiden Schwestern schlagen würde. Sie selbst könnten ja wohl kaum auftauchen, wenn es hier irgendwie um Werwölfe gehen sollte: schließlich wurde Ginger erst im Verlauf des ersten Teils (und Brigitte im Verlauf des zweiten) zu einem solchen, hatte also keinerlei "Werwolf-Vorgeschichte". Als ich dann hörte, daß die beiden sehr wohl auch hier die Hauptfiguren sein würden - in einem Film, der mehr als 100 Jahre vor den Ereignissen des ersten Teils spielt -, war ich um so gespannter, welche Erklärung dafür gegeben werden würde. Zeitreise? Ewiges Leben samt ewiger Amnesie? Doppelgänger? Tja, das wäre ja vielleicht wenigstens interessant gewesen. Tatsächlich ist die Erklärung, die der Film gibt: nicht vorhanden. Ginger und Brigitte laufen einfach in der Vergangenheit durch die verschneiten kanadischen Wälder, und gut ist's. Äh... hallo? Das einzige, was "Ginger Snaps 3" diesbezüglich überhaupt (und auch nur ein einziges Mal) verlauten läßt, ist kryptisches Indianergebrabbel, nämlich: "Unser Volk glaubt, daß alles, was einmal gelebt hat, immer leben wird." Aha. Reinkarnation also. Aber... eine Wiedergeburt im selben Körper und mit dem selben Namen? Sorry. Diese Prämisse ist schlichtweg dumm. Was mir den Spaß am Film gehörig vergällt hat, denn eigentlich zeichnet ja gerade eine gewisse Intelligenz die "Ginger Snaps"-Reihe aus.

Aber nicht nur in dieser Hinsicht bricht der Film mit seinen Vorgängern: Abgesehen davon, daß die beiden Schwestern auch hier als starke Persönlichkeiten gezeichnet werden (und ein, zwei Mal entsprechende Konflikte mit einer männlich dominierten Umwelt anklingen), fallen in "Ginger Snaps" alle Themen weg, die aus den ersten beiden Teilen mehr als nur gewöhnliche Horrorfilme gemacht hatten: der Wandel vom Jugendlichen zum Erwachsenen, die Beziehung zum eigenen Körper, zur eigenen Sexualität. Lediglich der Schwur, zusammenzuhalten, der von ursächlicher Bedeutung für große Teile des Geschehens in Teil eins und zwei war, spielt auch hier eine zentrale Rolle (gleich mehrfach heißt es "together forever"). Ansonsten steht "Ginger Snaps Back" aber leider in wirklich keinerlei Beziehung zu den anderen beiden Teilen.

Wen das jedoch nicht stört, oder für wen dieser Film der erste Kontakt mit der Reihe ist, der kann sich hier durchaus mitreißen lassen von einer düsteren, beklemmenden Atmosphäre. Allerdings auch fast NUR von dieser (glücklicherweise eindrucksvoll erzeugten und niemals gebrochenen) Atmosphäre, den von Seiten der Story her wird nicht allzuviel geboten: die Fitzgerald-Schwestern finden im tiefsten Winter in einem Fort in den Weiten Kanadas Zuflucht, dessen wenige verbliebene Bewohner nicht nur den Angriffen gleich eines ganzen Rudels Werwölfe, sondern auch immer heftigeren internen Konflikten ausgesetzt sind. Man begegnet den verwaisten Mädchen mit großem Mißtrauen, und spätestens, als Ginger näheren Kontakt mit einem Werwolf hat, scheinen sie nur noch einem geheimnisvollen Indianer vertrauen zu können, der als einziger mehr über das bedrohliche Phänomen weiß...

Zwar ist das meiste, das in der Folge geschieht, recht vorhersehbar, aber nichtsdestotrotz kann der Film fesseln. Neben der Atmosphäre durch einen guten Soundtrack, tolle Kameraarbeit und eben zwei faszinierende Hauptfiguren. Die anderen Charaktere bleiben allerdings eher schwach, und das Tempo ist zeitweise deutlich zu niedrig.

So bleibt ein Werwolffilm mit einigen Stärken - und einer zentralen Schwäche, nämlich seiner kaputten Prequel-Prämisse. Zudem hatte ich persönlich ein Problem mit der Western-Szenerie, die mir bei diesem Thema irgendwie unpassend erscheint (was mir schon Filme wie "Ravenous" ziemlich ruiniert hat). Aber das mögen andere anders sehen. Und die vergeben dann vielleicht auch mehr als 6 Punkte - wenn sie mehr Wert auf einen guten Werwolf- als auf einen "Ginger Snaps"-Film legen.
Dominic Saxl
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt
OOOOOO....
13.08.2004, 02:57
 

Lese 6 weitere Reviews zu diesem Film.
Deinen Review über Ginger Snaps Back: The Beginning (2004) hinzufügen!
Zu den Filminfos
 
      Anmelden
Benutzername


Passwort



>> Registrieren <<

>> Passwort vergessen? <<

 
      Frische Reviews

 
      Neue Medien

 
      Frische Links

 
      Menü

 
      Partner

 
      Mailingliste
Nimm an unserer Mailingliste teil!