V/H/S

Potential verschenkt

von mdbnase
Found-Footage-Filme gibt es mittlerweile zuhauf, Episoden-Filme ebenso. An eine Verquickung von beidem hat sich aber noch niemand gewagt. Mit "V/H/S" begeben sich die sechs beteiligten Regisseure daher auf neues Terrain. Leider ist das Ergebnis aber alles andere als gelungen. Im Bezug auf Episoden-Filme bleibt man bei diesem Versuch, der eigentlich ziemlich interessant klingt, den Konventionen allerdings treu. In eine Rahmenhandlung werden fünf Episoden eingebettet, die einerseits recht unterschiedlich daher kommen, aber doch einiges gemein haben.

Zuerst die positiven Aspekte. Die Storys bzw. deren Finale sind relativ blutig ausgefallen, was für dieses Genre recht ungewöhnlich ist. Die darstellerischen Leistungen lassen sich sehen und sind glaubwürdig. Ebenso kann man sich mit den fragmenthaften Storys, die keinerlei Auflösung bieten ganz gut anfreunden. Auch die ein oder andere Schock-Sequenz zündet. Was den Film vor allem in den Abgrund reißt ist die technische Umsetzung. Jede Episode wird in einem anderen optischen Stil präsentiert, dennoch werden auf extreme Weise immer die selben Störeffekte eingebaut, egal ob es sich um Video, Film oder Digitalmaterial handeln soll. Durch das oft übertriebene Gewackel der Kamera entsteht der Eindruck, dass hier zu viel gewollt wurde. Das offensichtlichste Beispiel bekommt man in der ersten Episode zu bestaunen, in der eine in die Brille des Protagonisten eingebaute Kamera zum Einsatz kommt. Der Brillenträger schaut starr in einen Spiegel während das Bild dennoch ruhelos hin und her wackelt. Einige Episoden kranken zusätzlich an einem zu schnellen Schnitt so dass man oft nicht wirklich viel erkennen kann. Absolut störend fand ich auch die extrem lauten und schrillen Soundeffekte, die jeglicher Logik entbehren und so manches mal wirklich im Ohr schmerzen. Weiterer Kritikpunkt ist die Laufzeit. Die sinnentleerten und für die Storys irrelevanten Einleitungen hätte man da ruhig etwas straffen können.

Auch wenn die Idee zum Film und die einzelnen Beiträge einiges an Potential bieten, hat man durch die technische Umsetzung und einige Längen vieles zerstört so dass ich hier leider nur ein 'ausreichend' vergeben kann.
mdbnase
sah diesen Film im Metropol 1, Stuttgart

30.08.2012, 01:47



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