Ich liebe Splatterfilme. Ich liebe Trashfilme. Ich liebe überdreht witzige, kranke, hysterisch alberne Filme. Warum liebe ich dann "Evil Aliens" nicht? Weil er allzu offensichtlich bemüht ist, all das und noch mehr zu sein, dabei völlig verkrampft und irgendwie einfach nicht so richtig Spaß macht. Er hat sich "Ich will Kult sein" so dermaßen groß auf die Stirn geschrieben, daß es Peter Jackson wahrscheinlich noch in Neuseeland lesen kann - liefert aber in erster Linie nur diesen Anspruch ab und nicht ausreichend Argumente, die ihn stützen würden.
In gewisser Hinsicht stößt mir schon der Ansatz des Films ein wenig übel auf: man kann es auch Rumgeschleime nennen, wenn Amateur-/Nachwuchs-Filmemacher sich vor ihren offensichtlichen Vorbildern nicht nur verneigen, sondern ihnen fast detailgetreu nacheifern. Hallo, wie wär’s denn mal mit ner eigenständigen Geschichte und Umsetzung? Aber ok, ich find das zwar ein bißchen arm, aber man kann es auch einfach als Fan-Movie goutieren. Andererseits muß sich ein solcher auch an seinen Vorbildern messen lassen... aber damit wollen wir lieber gar nicht erst anfangen, sonst sieht es ganz übel für "Evil Aliens" aus. Er kann einfach nicht mit "Braindead", "Bad Taste" oder auch "Evil Dead" mithalten. Die waren deshalb so cool, heftig und lustig, weil sie LÄSSIG an die Sache rangingen. Weil sie nicht aufs Feld kamen, um Rekorde zu brechen - sondern das nur ganz nebenbei mitgenommen haben, während sie sich ihrer Geschichte widmeten.
Immerhin hat "Evil Aliens" auch ein paar Pluspunkte zu bieten, unter anderem eine Handvoll wirklich origineller Ideen (v.a. im Bereich Situationskomik), einige gelungene Witze (angesichts der unglaublich hohen Zahl an Witzen, die hier gerissen werden, wäre es auch ein Wunder, wenn kein zündender dabei wäre) und ein paar überraschend gut gorige Szenen. In der richtigen Begleitung und mit dem richtigen Alkoholpegel kann man sich hier schon ganz gut amüsieren, bei hohem persönlichen Geek-Faktor vermutlich sogar hervorragend. Ich fand den Film letztlich nur mittelmäßig, denn neben dem billigen Ansatz und dem billigen Look nerven auch die Schauspieler extrem, das permanente Overacting ging mir ziemlich bald ziemlich sehr auf die Nerven. Und davon abgesehen braucht die Handlung auch deutlich zu lange, um in Fahrt zu kommen. Das erste Drittel des Films hätte man ersatzlos streichen können, es hätte niemandem weh getan.
Ein paar Lacher gab es aber auf jeden Fall, und das letzte Drittel versöhnt dann einigermaßen - darum noch 5,5 Punkte. Der neue Stern am Funsplatterhimmel ist das hier allerdings definitiv nicht. |