Comedown

THE BURNING im Ghetto-Hochhaus

von D.S.
COMEDOWN-Regisseur Menhaj Huda wurde bekannt mit ADULTHOOD und KIDULTHOOD - das sollte man im Hinterkopf haben, wenn man abwägt, ob man ihn sich ansehen will. Bevor der Film nämlich zu einem durchaus atmosphärischen, düsteren, kompetent inszenierten und halbwegs harten Slasher wird, zelebriert er ausführlich seine Ghettogang-Protagonisten: Über das erste Drittel des Films passiert nicht viel, außer dass ein paar Pseudo-Gangster-Hackfressen sich Drogen einpfeifen, „echt krasse" Sprüche ablassen und sich auch ansonsten als mega-toughe Dumpfbacken profilieren dürfen. Zwar sind sie nicht ganz so abstoßend gezeichnet wie ihre Gesinnungsgenossen in ATTACK THE BLOCK, in Sachen Gehabe und Grundstimmung kommt COMEDOWN dem aber schon bedenklich nahe.

Allerdings fehlt jeder auf Comedy angelegte Aspekt, und nicht zuletzt deshalb funktioniert das hier deutlich besser. Storytechnisch ist es natürlich ohnehin nicht zu vergleichen, denn in diesem (Abbruch-)Hochhaus fliegen keine Aliens herum, sondern nur Tauben - die meisten jedoch nicht sehr lange, denn echte Gangsta räumen nun mal mit allem auf, was ihnen in die Quere kommt. Wobei die harten Jungs und Mädels nicht damit gerechnet haben, dass sich hier noch ein ganz anderer Hartmaxe herumtreibt. Dem die Flugratten gehören. Und der ein gewisses Täubchen, ähh, Hühnchen mit ihnen zu rupfen hat...

Das macht er dann auf klassische Slasher-Weise, unter Einsatz verschiedenster Waffen und Instrumente, einige Male auch recht originell. Insgesamt ist COMEDOWN aber natürlich alles andere als das: Es handelt sich um eine hundertfach gesehene Story, wenngleich Location und Protagonisten-Typen nicht ganz so ausgelutscht daherkommen wie das übliche US-Teenie-Sommercamp. Inhaltlichen Gehalt oder besondere stilistische Varianz darf man trotzdem nicht erwarten - auch im Hochhaus kommt man von der Stange, mit einem zunächst unsichtbar-bedrohlichen Killer und sadistischen Morden, ansonsten wird nichts geboten.

Das Altbekannte wird aber vergleichsweise gelungen präsentiert, die Scares sitzen, die steigende Panik der Kids und ihre vergeblichen Fluchtversuche sowie ihre unweigerliche Dezimierung sind effektiv inszeniert. Hat man den schwer nervigen Beginn der Handlung überstanden, baut sich sogar eine immer dichtere Atmosphäre auf: das finstere, verlassene, ausweglose Setting - von Hilfe abgeschnitten, obwohl mitten in der Stadt - entpuppt sich als gute Wahl mit klaustrophobischer Wirkung.

Insofern ist COMEDOWN genau der richtige Snack für Freunde deftiger 80er-Jahre-Horrorkost im modernisierten Gewand. Stumpf, brutal und in gewissem Maße adrenalintreibend: nicht mehr, aber auch nicht weniger. 5,5 Punkte.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt

08.09.2012, 04:19



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