Universal Soldier: Day of Reckoning - 3D

Redux

von Timo
Es gibt sie doch noch, diese verblüffenden Momente, in denen man im Kino sitzt, der Abspann läuft und man nicht fassen kann, was man soeben gesehen hat. Pures Gold, eingehüllt in einen B-Action-Tarnumhang. Universal Soldier: Day of Reckoning ist so ziemlich alles, was man nicht erwartet. Ein fiebertraumartiges Monster, das den Zuschauer verschlingt, ihn verstört und von der ersten Minute an angespannt fesselt. Regisseur John Hyams ist hier eine krude Mischung aus arthousegenössischen Stilmitteln und der handwerklichen Raffinesse aus den guten alten Actiongranaten gelungen. Kameraeinstellungen und Audioeffekte, die stark an Apocalypse Now erinnern, beunruhigen zunehmend – gipfeln stellenweise in Lynch/Cronenberg-artigem Dämmerschlaf. Surreales, (leicht) verkopftes Science-Fiction-Kino, wie es dieses schon lange nicht mehr gegeben hat.

Aufgebrochen wird diese dichte Atmosphäre nur stellenweise von den ultrabrutalen Kampfszenen, die sich weiß Gott nicht hinter einem Quatsch wie The Expendables verstecken müssen. In großartigen Choreografien zerbersten die Knochen und Köpfe platzen gleich reihenweise. An Spannung stellenweise kaum zu überbieten, reiht sich der Film in den diesjährigen Trend des kompromisslosen, einnehmenden Actionfilms ein und gesellt sich zu Werken wie The Raid, Drive und angeblich auch Dredd, die alle auf unterschiedliche Weise zu gefallen wussten. Das Genre erfährt eine Renaissance. Und Hyams liefert mit Universal Soldier: Day Of Reckoning einen bodenständigen wie cleveren Beitrag dazu ab. Leider wird der Film vermutlich in Deutschland gar nicht ins Kino kommen, was sehr bedauerlich ist. Zumal die FSK von so mancher Einstellung wenig begeistert sein dürfte. All diejenigen, die den Film auf dem Fantasy Filmfest sehen konnten, dürfen sich glücklich schätzen. Sie haben meiner Meinung nach einen der besten Filme dieses Jahres auf der Leinwand gesehen. Selbst wenn die Actionszenen im letzten Drittel etwas verschleißen, ein großartiger Film.
Timo
sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt - Original-Review

08.09.2012, 12:10



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