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The Last Supper (2005)

Geschmackssache

"The last Supper" ist ein eher anstrengender Film. Dies aber nicht, weil er den Intellekt oder die Wahrnehmung des Betrachters übermäßig fordern würde - sondern weil er sehr zähflüssig inszeniert ist, eine arg abwechslungsarme Handlung bietet und durch seinen billigen Video-Look nach einiger Zeit doch etwas auf die (Seh-)Nerven geht.

Letzteres ist besonders schade, denn die Kameraführung ist an sich durchaus gelungen und liefert viele schön komponierte Bilder, zu deren Atmosphäre auch eine durchdachte Farbgebung und Beleuchtung beiträgt. Und auch die sehr ästhetische, bildschön animierte Titelsequenz verspricht hier wesentlich mehr, als der Film (wohl aus Budgetgründen) einlösen kann.

Die größte Schwäche von "Last Supper" ist aber zweifellos seine dünne Story, die sich tatsächlich bereits im Programmheft fast vollständig geschildert findet. Nach der Exposition wird in langen Rückblenden erzählt, wie der Schönheitschirurg Dr. Kotorida nach und nach zum serienmordenden Kannibalen wurde. Da wir aber von Anfang an wissen, daß er genau dies heute ist, kann uns seine ausführlich gezeigte Entwicklung in kaum einem Punkt noch überraschen oder gar fesseln. Es dauert schließlich bis zum letzten Drittel des Films, bis die Handlung in der Gegenwart fortgesetzt wird, etwas Neues passiert - und endlich auch das Tempo der Erzählung ein wenig erhöht wird.

"The last Supper" verläßt sich viel zu sehr auf seine eine "skandalöse" Idee und darauf, daß sie tabubrechend genug ist, um zu schockieren und über die müde bis fehlende Handlung hinwegzutäuschen. Sicherlich bietet der Film einige enorm eklige Szenen, die man so auch erst selten zu sehen bekommen hat (wobei mal wieder die Phantasie des Betrachters hier noch wesentlich Ekligeres konstruiert, als es sich auf der Leinwand meist tatsächlich wiederfindet). Auf die Dauer sind aber Tempo, Atmosphäre und Storyentwicklung des Films viel zu schwach, um ihm mehr als vier Punkte zu geben - obwohl vom Ekelfaktor seiner Idee her wesentlich mehr drin gewesen wäre. So schmeckt mir das hier angerichtete Filmsüppchen aber nur sehr bedingt.
Dominic Saxl
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt
OOOO......
18.08.2005, 22:02
 

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