Raze

Och johh...

von D.S.
Schier endlos viele, mal mehr, mal minder attraktive Frauen prügeln sich mal mehr, mal minder blutig-brutal zu Brei: Klingt doch fast wie der feuchte Traum eines jeden Exploitation-Afficionados, oder? Vielleicht. Ist RAZE aber in seiner Umsetzung definitiv nicht. Um jetzt mal so plump zu sein wie der Film selbst, der immerhin von Zoe Bell mitproduziert wurde und gar da und dort versucht, hört, hört, seiner Story „feministische" Hintergründe zu geben (prust): Dafür fehlt der Schlamm, dafür sind und bleiben die debil dreinhauenden Damen deutlich zu umfangreich bekleidet. Und auch davon abgesehen wird das nötige Schmierigkeitslevel von diesem Film nur tangiert, etwa durch den Chef-Aufseher, der durchaus auch in alten Jess-Franco-Filmen nicht deplatziert gewirkt hätte.

Insgesamt wirkt RAZE aber gleichzeitig zu stumpf und doch zu brav, um überhaupt irgendetwas zu reißen. Dass man hier storytechnisch nicht viel erwarten kann, sollte von vorneherein klar und durch die bisherigen Reviews bestätigt worden sein: Entführte Frauen müssen um ihr Leben und das ihrer Angehörigen kämpfen, und zwar in no-holds-barred Kickbox-Duellen. Zwar gibt es eine gewisse Backstory, die ist aber kaum der Rede wert, wird nur angerissen und gewinnt erst im letzten Viertel des Films ein wenig mehr an Bedeutung. Na gut, das wäre ja für einen Exploitation-Kracher noch nicht so schlimm, wenn er denn die entscheidende Frage positiv beantworten kann: Wird hier delivered?

Hmmm. So lala. Klar, es geht in den Kämpfen manchmal gut zur Sache und das Blut spritzt dann auch ordentlich. 99% der Fights fallen allerdings extrem kurz aus, kaum mal länger als eine Minute prügeln die Beteiligten aufeinander ein, dann ist auch schon eine ums Leben gekommen, oft zudem eher unspektakulär.

Die niedrigsten Instinkte des Zuschauers werden also auf allen Ebenen nur bedingt bedient, höhere Ansprüche schon gleich gar nicht - bleibt dann überhaupt noch was? Och jooh. Man versinkt halt nach spätestens vier Fights in einer Art Stupor und zieht sich das stumpf lächelnd immer weiter rein, wie dumm und ereignislos und armselig es auch ist. Auf seine eigene, obskure Art kann es unterhalten. Und am Ende wird dann noch mal richtig Gas gegeben und ausgeteilt.

Macht irgendwie auf kranke Weise schon ein bisschen Spaß. Und ist ein so seltsames Filmereignis, dass man es eigentlich glatt gesehen haben MUSS. Jedenfalls, wenn man nicht ganz bei Verstand ist. Wie wir alle eben.

Oder... so.
4,5 Punkte.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt

06.09.2013, 06:13



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