crazy

Hatchet III

Versumpft

von D.S.
Klar: Beim dritten Teil von HATCHET, der von Adam Green erdachten „American Old School Horror"-Reihe, geht es nicht um Feinheiten. Sondern darum, ob die Kills brutaler ausfallen als bei den Vorgängern (ja, ein wenig). Und darum, ob der Bodycount höher ist (ja, schätzungsweise).

Natürlich, noch weniger geht es um Filmkunst. Oder überhaupt irgendwas, das mit filmischer Klasse zu tun hat. Dennoch muss ein Review zu HATCHET III einfach erwähnen, dass in dieser Hinsicht Welten zwischen den ersten beiden Teilen und diesem liegen. Welten, an deren Arsch-Ende das Saga-Finale liegt.

Leider hat nicht mehr Adam Green das Umsetzungszepter in der Hand, sondern ein gewisser BJ McDonnell, der hier sein Regiedebüt feiert und bei HATCHET I und II als Steadicam-Operator an Bord war. Gut möglich, dass er in diesem Feld ein echter Crack ist (immerhin hat er in dieser Funktion etwa auch an JACK REACHER mitgewirkt, ebenso an STAR TREK: INTO DARKNESS u.v.m.) - als Regisseur bleibt ihm eine Menge Luft nach oben.

Wo die beiden Vorgänger einen guten Teil ihrer Wirkkraft daraus zogen, dass sie sich nach der Einleitung auf ein sehr begrenztes Territorium zurückzogen (den dicht-bedrohlichen Sumpf), springt HATCHET III wild von Location zu Location. Wir kehren für ein paar Minuten im Sumpf ein und werden Zeuge ein paar ultrablutiger Morde Victor Crowleys, hüpfen dann aber ins örtliche Gefängnis, in ein Auto, in die Wohnung eines entfernt wohnenden Rednecks... und zerstören so jeden Hauch von Atmosphäre, der vielleicht gerade am Entstehen war. Das schraubt den Creep-Faktor des Films deutlich herunter. Zudem kommen hier zwar zahllose Leute ums Leben, so manche auch auf extremste Weise - in der Mehrzahl aber erleben wir Kills, die kurz und, na ja, „schmerzlos" vonstatten gehen. Weder die Aura noch die Taten Crowleys werden hier so sinister ausgekostet, wie wir das gewohnt sind. Am deutlichsten versagt der Film dann schließlich in seinem Showdown, der kaum als solcher zu bezeichnen ist. Auch hier kein Höhepunkt, sondern ein knapp gehaltener, insgesamt ziemlich zahmer Abgang der Story und ihrer Bestandteile.

Im direkten Vergleich mit den „Originalen" enttäuscht das Finale der Slasher-Saga also durchaus ein ganzes Stück weit. Ein perfekter Partyfilm, der Fans gut unterhält, ist es aber natürlich immer noch. Denn wir haben Old-School-Geslashe, hilfloses Geballer sowie: Kane Hodder! Und daneben auch hier den essentiellen Gaststar: Beehrte uns in Teil I Robert Englund und in Teil II Lloyd Kaufman, so ist es nun Sid Haig, der in einer sogar deutlich größeren Rolle glänzt - als rassistischer Redneck, aus dem die politischen Unkorrektheiten nur so sprudeln. Ach so, und Mastermind Adam Green himself hat auch wieder einen kurzen Auftritt.

Insgesamt leider nur ein bedingt würdiger Abschluss (?) der Crowley-Reihe. Aber noch akzeptabel und mit ein paar wohlig-bösen Momenten versetzt. Die Vorgänger sollte man übrigens schon kennen, bevor man sich den hier ansieht. Der Details wegen.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt

09.09.2013, 05:38



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