Cannibal

Kein Hannibal.

von Alexander
Ein ruhiger, langsamer und sehr langer Film, mit stellenweise visuell betörenden Bildern, der in Stil und Erzählweise manchmal den langsamen, düsteren Noir-Meisterwerken längst vergangener Zeiten ähnelt.
Der Protagonist: Carlos, ein leise auftretender, sehr kultivierter spanischer Gentlemen der Schneider-Gilde mit einer mehr als offensichtlichen Schwäche für Menschenfleisch und einem ansehnlichen Vorrat desgleichen im Kühlschrank.
Man erwartet hier selbstverständlich kein Effekt-heischendes Menschenfresser-Werk à la „Green Inferno", welcher von „Cannibal" so viele Lichtjahre entfernt sein dürfte wie „Star Wars" von „Under The Skin". Das selten aufblitzende Grauen rührt ausschließlich von der verstörenden Selbstverständlichkeit mit dem ein wohlsituierter Mann aus der Mitte der Gesellschaft seinem Trieb nachgeht, und niemals von explizit dargestellten Gewaltexzessen.
Trotz betörender Bilder und einer erfrischend antikommerziellen Erzählstruktur fehlte es mir zunächst dennoch an Spannung und Faszination. So stimmungsvoll „Cannibal" mit seinen leisen, wortkargen und subtilen Szenen auch sein mag, der Film vermochte es am Anfang nicht wirklich mich in seinen Bann zu ziehen. Der langsam aufkeimenden erotischen Grundstimmung, den wunderbaren Darstellern und vielleicht auch der Tatsache, daß ich Filme aus Spanien grundsätzlich liebe, mag es zu verdanken sein, daß ich irgendwann trotzdem am Haken hing.
Ein Hannibal Lecter auf Slow Motion.
Alexander

19.07.2014, 23:09



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