crazy

The Strange Color of Your Body’s Tears

Wahnsinn

von meiklsan
Wer AMER mochte, wird auch TSCOYBT lieben.

Dieser Film MUSS, MUSS und MUSS optisch und akustisch auf der großen Leinwand im Kino erlebt werden!!!

Genau mit dieser undefinierbaren Gattung von Film wird das FFF dem Begriff „Fantasy" im Namen endlich mal wieder gerecht, yes!
Denn dieser Film spielt mit fast allen Genres und Variationen, die das Kino im verstörenden rätselhaften Phantasie Bereich zu bieten haben. (Mulholland Drive, Triangle, Science of Sleep, Tideland, etc. lassen grüßen)

Die Story des Films ist schnell erzählt: Ein Mann kehrt von seiner Business Reise aus Frankfurt! in seine heimische Wohnung zurück und muss feststellen, dass seine Frau wie vom Erdboden verschluckt und verschwunden ist. Der Rest des Films handelt, wenn man überhaupt von „Handlung" sprechen darf, von der vergeblichen und mysteriösen Suche des Mannes nach seiner geliebten Frau und er durchlebt dabei ein bisher wirklich sehr selten gesehenes grausames Martyrium von abstrusen „Lynch-like" Phantasien und Wahnvorstellungen.

Von Anfang bis Ende befindet man sich als Zuschauer schier hilflos gefangen in einer halluzinogenen Bildüberflutung von wechselnden Farb- und s/w-Aufnahmen, wild aber immer ästhetisch zusammengeschnitten mit allen technischen Möglichkeiten der modernsten Kameratechnik, eingebettet im wohlig melodiösem Giallo Sound der 60er-70er Jahre, zerschnitten von einer fiesen fragmentalen Geräuschkulisse und immer wieder neuen Settings (ein Lob an die feine Requisite, Erinnerungen an Jeunet & Caro werden wach) und verwirrend in einander verwobenen Handlungssträngen.

Die Anleihen an den vielgeliebten Giallo dürfen aber natürlich auch nicht fehlen und werden uns immer wieder mit knisterndem Lederhandschuh, aufspringenden Rasiermessern, tiefen Schnittwunden und wehrlosen weiblichen Opfern in hocherotischen Einstellungen unzählige Male vor Augen und Ohren geführt.

Mit voranschreitender Laufzeit werden die anfangs noch als angenehm und schräg empfundenen bunten Bildkompositionen dann aber doch immer drastischer und brutaler, so dass der Film für die zartbesaiteten Zuschauer zum Ende hin wohl doch eher unerträglich sein dürfte, grins.

Eine Interpretation des Gesehenen ist bei diesem Filmwerk schier unmöglich, denn die Handlungsstränge reißen genauso schnell ab wie sie wieder aufgebaut werden, auch wenn es dennoch einen zarten „roten" Faden gibt.

Insgesamt vielleicht einen kleinen Ticken zu lang. Man hätte sich die ein oder andere doppelt und dreifache Einstellung vielleicht wirklich sparen können.
ABER nichtsdestotrotz: Für mich schon jetzt DAS Highlight des diesjährigen FFF, für alle „Aficionados" des außergewöhnlichen Films.

Glatte 9 Punkte!
meiklsan

26.07.2014, 22:14



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