crazy

La chute de la maison Usher

Willy Sommerfeld würde im Grabe rotieren

von sirolaf
Was folgt ist eine Kritik an der Melange, die ich eben gesehen habe, und nicht am Film selbst. Der Film spricht ja für sich und alleine die Aufnahmen von vor ca. 90 Jahren auf der großen
Leinwand zu sehen, war schon ziemlich genial.

Eine gute Filmmusik kann aus einem mittelmäßigen Film einen passablen Film machen. Eine schlechte Filmmusik kann jeden Film ruinieren. Wer schonmal die T-Rex-Szene in Jurassic Park
mit dem Benny-Hill-Titelsong unterlegt gesehen hat, der weiß, wovon ich rede.

Etwas ähnliches ist leider mit "The House of Usher" passiert. Ich kenne mich im Techno nun gar nicht aus, aber wenn "Deep House" zu diesem Film angekündigt wird, dann erwarte ich etwas, was zu den Bildern passt. Düstere Trancemusik zum Beispiel. Aber nicht, was da gestern gespielt wurde. Es war nicht mal ein an die Szenen angepasster Score, sondern sinnlos einzelne "Lieder", die nicht mal ansatzweise düster waren, sondern zum Teil locker und flott daherkamen - prima für Disco oder den Fahrstuhl !

Das schlimmste aber war, dass die Musik aus Songs bestand, die sogar noch eigenen gesungenen Text besaßen, der einen wieder noch mehr vom eigentlichen Filmgeschehen abgelenkt hat. Eine Textzeile lautet sinngemäß: "Who are those rich motherfuckers ?". Da sitze ich in einem französischem (!) Film und muss mir diesen blanken Unsinn anhören. Es hat nun mal einen Grund, dass jede brillante Filmmusik heutzutage fast immer "stumm" ist. Zum Abreagieren höre ich gerade den unerreichten "Herr der Ringe"-Score von Howard Shore.

Ich freue mich auf die nächste Vorstellung, da gehe ich aber nur hin, wenn Willy Sommerfeld von den Toten aufersteht und den Film auf einem Geisterpiano begleitet.
sirolaf
sah diesen Film im Cinemaxx, Berlin

03.09.2014, 01:08



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