The Strange Color of Your Body’s Tears

The strange colors of Fantasy Filmfest

von lexx
Viele Filme habe ich dieses Jahr auf dem FFF gesehen, die ich mehr oder weniger belanglos verfolgt habe, weil die Geschichte und die Charaktere häufig einfach zu wenig Subtanz besitzen. Obwohl es von der Terminkoordination heute eine Katastrophe für mich war THE STRANGE COLOR OF YOUR BODY’S TEARS zu sehen, hat mich irgendwas zwingend dazu überreden wollen, diesen Film nicht zu verpassen. Und für wahr, der neue Film der AMER Schöpfer entschädigt mich für ein qualitativ bislang eher ernüchterndes Filmfestival in diesem Jahr. Nicht dass eine immens ausgefeilte Geschichte nun alles rausreissen würde oder gar tiefgründige Charaktere, denn das ist hier alles relativ nebensächlich, sondern weil die Regisseure sich auf ihre Stärken konzentrieren, ein audiovisuelles Erlebnis zu offenbaren, welches die Sinne erfasst und zutiefst berührt. Jede einzelne Kameraeinstellung, jedes Wort, jeder Ton, alles in purer Perfektion arrangiert und zu einem wunderbaren Film zusammengefügt. Nichts ist beliebig oder zufällig, alles ist so wie es sein muss und nicht anders. Kurzum, endlich kein dummer, seichter Plot und Charaktere welche dem Film die Intensität rauben, einfach zurücklehnen und sich überwältigen lassen.
Das man fast bis zum Ende dem Geschehen mit höchster Konzentration folgt ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass trotz der sehr einfachen Ausgangslage, ein Mann kehrt nach Hause und sucht seine Frau, jeder Funken Konzentration notwendig ist, um dem Geschehen zu folgen. Jedes Puzzelteil das sich erfolgreich zusammensetzt und Sinn ergibt fühlt an sich wie eine persönliche Belohnung, die man dankbar annimmt.
Im Gegensatz zu UNDER THE SKIN, welches die Notwendigkeit vorsieht sich in die Hauptperson einzufühlen und dem Dargebotenen eine gewisse Interpretation abzugewinnen, lässt sich THE STRANGE COLOR OF YOUR BODY’S TEARS auch auf rein audiovisueller Ebene erleben und genießen. Der Kinobesuch wird daher zur Pflicht und selbst wenn man normalerweise das Geschehen von den oberen Plätzen betrachtet, ist es angebracht diese Einstellung für diesen einen Film zu überdenken und sich in den vorderen Reihen das komplette Brett zu geben. Dass der Film gegen Ende etwas anstrengend wird und die Konzentration daher temporär kapituliert, ist nicht wirklich von Bedeutung. Im Vergleich zu AMER habe ich den Eindruck, das waren noch die ersten bereits sehr gelungenen Fingerübungen, THE STRANGE COLOR OF YOUR BODY’S TEARS aber ist jetzt das volle Orchester.
lexx

06.09.2014, 12:57



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