crazy

Nina Forever

Bizarr, faszinierend und doch irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes

von ArthurA
Nina Forever lässt sich keinem Genre zuordnen und hat gleichzeitig Elemente aus vielen - ein wenig Horror hier, ein bisschen Verlustdrama da, einige sehr britische Humorspitzen, ohne dass es je wirklich eine Komödie ist, und sogar eine Prise Erotik fehlt beim schrägsten Ménage-à-trois der letzten Jahre nicht. Letztlich ist Nina Forever natürlich auf einer metaphorischen Ebene zu sehen und setzt sich mit der Verarbeitung von Verlust auseinander (wie auch viele andere Filme in diesem FFF-Jahrgang), aber auch damit, wie unsere Verflossenen spätere Beziehungen noch belasten oder gar zugrunde richten können, wenn man nie einen Abschluss finden konnte. Die Umsetzung dieser altbekannten Grundgedanken ist erfrischend anders und insbesondere die über große Strecken des Films nackt agierenden Hardingham und "Utopia"-Darstellerin O’Shaughnessy spielen ihre Rollen bravourös. Doch das Konzept alleine reicht viel eher für einen Kurzfilm aus denn für eine fast 100-minütige Laufzeit und so schleichen sich spätestens bei der dritten Sexszene, in der Nina aus einer Blutlache wieder einmal auftaucht, Redundanzen ein, die der Film bis zum Schluss nicht loswerden kann. Nina Forever ist ein lobenswerter Versuch, alte Themen mit einer neuen Herangehensweise aufzugreifen und ein Film, der sich die Bezeichnung "mal was anderes" redlich verdient hat, doch vielleicht bietet die Idee einfach nicht genug Potenzial und Geschichte für einen Langfilm.
ArthurA
sah diesen Film im Residenz, Köln - Original-Review

26.08.2015, 03:40



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