The World of Kanako

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

von Christian
THE WORLD OF KANAKO war doch irgendwie anders als ich ihn mir vorgestellt hatte. Tetsuya Nakashima ist kein Vielfilmer wie sein Landsmann Takashi Miike. Er nimmt sich Zeit für seine Meisterwerke wie CONFESSIONS oder KAMIKAZE GIRLS. THE WORLD OF KANAKO beginnt in jedem Fall spektakulär. Die Overture ist Cesar Francks „Panis Angelicus“, um gleich danach mit einem Schnittfestival die Handlung in möglichst vielen Bildern pro Sekunde vorwärtszutreiben.

Überhaupt leisten die Bilder und die Musik einen großen Beitrag in diesem deprimierenden Streifen. Nahezu ohne Unterbrechung mixt uns Nakashima einen Cocktail aus Country, Techno und Klassik, ohne Atempause mit allem was in Japans Popkultur Rang und Namen hat. Dvoraks „Lied an den Mond“ aus der Oper Rusalka nimmt dennoch für mich eine Schlüsselstellung ein. Nakashima schafft es, selbst diese zauberhafte Musik in Bezug zu dieser bösartigen Abwärtsspirale menschlichen Leids zu setzen. Den Moloch an Niedertracht, den ein Mann hier auf der Suche nach seiner Tochter erlebt und zurückgibt sucht seinesgleichen.

THE WORLD OF KANAKO ist fesselnd und heimtückisch. Heute gibt er erneut einen anderen, rohen Einblick in die japanische Kultur, der Lust auf Mehr macht.

Ein anstrengendes Erlebnis, das man aber nicht missen möchte.
Christian
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

29.08.2015, 01:45



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