Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, wie dieser Film bisher rein positive Resonanzen hervorrufen konnte. Er ist in meinen Augen mehr ein Ärgernis, denn ein weiterer Hit aus der Giftküche des Anders Thomas Jensen.
Natürlich werden einem hier einige skurrile Momente gereicht und auch genüsslich angenommen. Ebenso bietet die Idee, die dem Film zu Grunde liegt, einiges an satirischer Sprengkraft, oder zumindest an humoristischer.
Jensen geht hier kompromisslos und bar jeglichen Respekts gegenüber Krankheit, Behinderung, Ethnik und Kirche - nicht Glauben - zu Werke, dass es zumindest in der ersten Stunde ein wahres Vergnügen ist.
Die freilich dramatische Geschichte wird immer wieder von so ungeheuer absurden und nicht annährend vorhersehbaren Momenten durchschüttelt, dass es eine wahre Freude ist. So mag man seine Dänen! Auch das Wiedersehen mit einer Menge schon bekannter Darsteller z.B. aus letztjährigem Hit "The Green Butchers" macht Freude, können sie doch ebenso wie alle anderen mehr als nur überzeugen.
Es hätte wieder ein so schöner, respektloser Film werden können. Doch diese Anbiederung zum letzten Drittel des Films an religiöse Symbolik und christliche Weltanschauung stößt mir sauer auf.
Filmisch wird einem das mit dem sprichwörtlichen Holzhammer serviert. Denn solch ein immenses Maß an verkitschten Bildern, Posen, Anspielungen und Musik sind mir außerhalb eines Mel Gibson-Films noch nicht untergekommen. Satirisch wird hier nicht vorgegangen, dazu ist die transportierte Moral zu ernst daher gebracht, die Absicht des Regisseurs, die Zuschauer zu überzeugen, zu offensichtlich.
Der lockere Umgang mit und die Zurschaustellung von Klischees weicht zum Ende hin einer Botschaft, die mir persönlich weh tut und mich glauben lässt, Jensen sei einer mystischen Vereinigung fundamentalistischer Christen zum Opfer gefallen.
Nein! So hat mir dieser anfangs nette Film keinen Spaß mehr gemacht und lässt mich auch ein wenig an der Kritikfähigkeit des Publikums gegenüber christlicher Propaganda - und befreit von jeglicher Übertreibung definiert dies den Schlussteil des Films - zweifeln. Bin tief enttäuscht und sehr verärgert. |