Yakuza Apocalypse: The Great War of the Underworld

2 Stunden Gehirnfurz... aber auch lustig

von Leimbacher-Mario
Yakuza, Vampire & mittendrin ein riesiger Plüschfrosch als Mischung aus Bruce Lee, Kermit & einem Reiter der Apokalypse. Mehr brauche ich eigentlich nicht sagen über das neueste, wieder mal kontroverse Werk des Vielfilmers Takashi Miike. Für Fans des umstrittenen Meisters sicher ein Must-See, vollgestopft mit kranken Ideen & so etwas wie ein Nonstop-Best-Of, das keine Gefangenen nimmt oder Kompromisse macht. Hat in einigen Szenen richtig Spaß gemacht, gerade im Kino mit vielen Fans, & man staunt über den kompromisslosen Wahnsinn - aber trotzdem bleibt insgesamt zu oft Kopfschütteln, Leerlauf & Entsetzen. Hätte ich ihn zu Hause gesehen, wär ich mir schnell blöd vorgekommen. Ein auf & ab durch den Ideenpool eines Querdenkers & Verrückten.

Der Hauptdarsteller ist ein Star, nicht nur äußerlich, sondern auch vom Können. Absolut sehenswert! Viele Ideen & Dialoge sind einfach nur zum Wegschmeißen & so manch ein Kampf ist sehenswert (außer dem finalen Kampf, der an Dummheit grenzt, die dann wieder was lustig ist!). Aber trotzdem blieb bei mir ein verwirrt-fader Beigeschmack, sodass ich "Yakuza Apocalypse" nicht als einen seiner besseren Filme einordnen würde. Eher wie ein Ausleben der wildesten Träume &, wie gesagt, Überblick über sein Schaffen, Beispiel seines Mutes. Für Miike-Neulinge sicher interessant & extrem gewöhnungsbedürftig zugleich. Aber man weiß eigentlich, worauf man sich einlässt. Sogar geübte Fans werden überrascht sein, was der nie berechenbare Maestro diesmal zusammengebraut hat - ein wirklich wildes Potpourri. Manchmal weiß man vor lauter sinnlosem Durcheinander gar nicht, wer da gegen wen kämpft, wer davon gut ist & warum eigentlich. Muss ja nicht sein, ist nur Nebensache.

Hatte seine Momente, insgesamt aber doch eindeutig zäh. Viele Witze wiederholen sich, nicht alle treffen ins Schwarze. Das Ende zieht sich wie ein rosaner Weltuntergangs-Kaugummi, trotz zahlreicher genreübergreifender Referenzen von Bruce Lee bis Godzilla. Fast noch anstrengender als das überladene Ende, falls man das bei so einem Hirnfeuerwerk überhaupt noch auf die Spitze treiben konnte, sind die vielen ernsten Liebesszenen, die es nicht gebraucht hätte. Ernstnehmen oder mitfühlen ist hier eh nie angesagt. Wenn man den Film nachts nach einer Party guckt & am nächsten Morgen aufwacht, wird man nicht sicher sein, ob man das nicht nur geträumt hat. Wenn man nicht eh eingeschlafen ist. Kann man als Müll bezeichnen, kann man sich vor verbeugen - beide Seiten verstehe ich! Toll wäre, wenn mehr Regisseure auf der Welt solche Ideen- & Arbeitsfreiheit hätten.

Fazit: kranker als die meisten Fieberträume & gefühlt endlos... ein Miike-Overdrive & richtig sinnlos. Aber Spaß hatte ich schon!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

14.04.2016, 11:10



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