The Congress

Schatz, was hast du mir in die Cola getan?

von Leimbacher-Mario
"The Congress" ist Arthouse-Kino, wie es leibt & lebt. Und er gilt als einer der größten Fehlgriffe für einen Eröffnungsfilm eines Fantasy Filmfests aller Zeiten. Ich kam erst zu Hause in den anstrengenden, fragwürdigen, nur teilweise lohnenswerten Genuss dieser kreativen Mischung aus dystopischem Sci-Fi-Kopfkino & Animations-LSD-Trip. Die Matrix trifft auf Yellow Submarine, Heavy Metal auf Hollywood- & Sozialkritik.

Und dabei klingt die Idee interessant, der Beginn des Films ist genau dies auch & komplizierteren Filmen bin ich absolut nicht abgeneigt. Und trotzdem verlor mich der Film irgendwo auf seinem bunten Weg & seiner ebenenreichen, jahrzehntelangen Reise durch comicartige Welten & das Unterbewusstsein. Es geht um die alternde Schauspielerin Robyn Wright (genial & emotional von sich selbst gespielt, bekannt aus The Princess Bride), die mit einem berühmten Hollywood-Studio einen Vertrag schließt, womit dieses nun die kompletten Rechte an ihr hat & sie virtuell lebensecht nachbauen kann. Denn das ist das neue Hollywood, zukunftssicher, künstlich & alles andere als menschlich. Wer hätte gedacht, dass die Traumfabrik noch asozialer kann als sie heutzutage schon ist.

Für Sci-Fi- & gerade Animationsfans ist "The Congress" sicher eine intellektuelle Erfahrung & einen Blick wert. Wer aber die Buchvorlage nicht kennt & nicht gerade Zukunfts-/Traum-/Sozialforscher ist, der dürfte genau wie ich etwas verloren & überfordert sein. Optisch abwechslungsreich & erwachsen, geschichtlich & dramaturgisch aber mit großen Löchern, die einen mehr als nur straucheln lassen. Wohin sich Hollywood & die gesamte Gesellschaft entwickelt, schockiert schon teilweise. Aber da der Film sowohl viel zu lang als auch undurchsichtig ist, ohne Identifikationsfiguren auskommt, verpufft ein wirklicher Effekt. Erst recht, wenn es auch an Action mangelt. Noch dazu hat man auch depressive Scheinwelten schon interessanter gesehen. Nur der Kontrast von grauer Zukunft zum bunten Stil ist künstlerisch eine top Entscheidung. Ebenso macht es Spaß, die vielen Legenden & Anspielungen in der animierten Traumwelt zu finden.

Fazit: tolle Ansätze, viel zum Nachdenken, unheimlich hübsch & meta - und trotzdem wurden die 2 Stunden eher zur Qual & mir war der Film viel zu verkopft!
Leimbacher-Mario

14.04.2016, 08:11



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