The House of the Devil

Der muss doch aus den 70ern sein, oder?

von Leimbacher-Mario
Ti West gilt als eines der größten Talente im Horrorgenre. Und das vor allem wegen diesem Film: "House of the Devil". Ein perfekt auf retro, cool & alt getrimmter Grusler, in dem eine junge Studentin einen Babysitter-Job annimmt, nur um feststellen zu müssen, dass sie dadurch Teil eines teuflischen Plans der Hausbesitzer geworden ist...

Viele gute Filme hat der gute Ti noch nicht produziert, und trotzdem hält sein guter Ruf & die Fans halten zu ihm. Nur aufgrund dieses einen Filmes? Nein, "Innkeepers" & der neue "The Sacrament" sind auch toll, aber sein komplettes Potenzial zeigen konnte er bis hierhin nur in diesem okkulten Teufelsthriller. "House of the Devil" könnte die kleine Cousine von Rosemaries Baby, Omen & dem Exorzist sein, erreicht sogar teilweise deren Klasse, verbeugt sich aber auch gleichzeitig gekonnt. Größere Komplimente kann man kaum vergeben, aber ich habe mich in diesen leisen Kracher schon etwas verguckt. Selten bis nie baute sich Spannung so geschickt auf, nie sah ein neuer Film so original alt aus - auch keine Filme mit Grindhouse-Feeling & dem 5-fachen an Budget. Wenn man keinem sagt, von wann der Film ist, sagen 99% aus den 70ern/80ern. Man erkennt einfach keinen Unterschied, die Liebe zu dieser goldenen Horrorepoche tropft aus allen Poren. Das nenn ich mal Respekt vor seinen Vorbildern & gleichzeitig perfekte Nachahmung bzw. Eigeninterpretation. Aber Vorsicht: Love or Hate!

Detailverliebt, entschleunigt, atmosphärisch, teuflisch, ein paar Gewaltspitzen, mysteriöse Stimmung, Sympathie, wo Sympathie sein muss, sofortige Gefahr & Antipathie, wo diese angebracht ist. Als ob Film & Regisseur ein äußerst feines Gespür für Suspense, Gänsehaut & Albtraumstimmung haben. Für viele zu langsam & langweilig, für mich ein Genuss. Man muss sich allerdings darauf einlassen oder, noch besser, wissen, dass die Turbogeschwindigkeit neuer Horrorfilme oft einfach nicht so gut ist wie Grusel der alten Schule. Geschmacksache, aber: wenn es dauernd donnert, ist das ja schließlich auch halb so schön & beängstigend, als wenn man das Gewitter majestätisch am Himmel heraufziehen sieht & ängstlich ahnt, was kommen könnte. Sollte man definitiv in der Filmschule analysieren, Pflichtprogramm für jeden, der mal einen Horrorfilm drehen will oder wieder zu gutem Geschmack finden will. Superber Style, ein Showdown, auf den sich das Warten lohnt & bei dem man dann auch mitleidet, eine coole Hauptdarstellerin, ein Slowburner, wie er im Horrorbuche steht!

Fazit: Ti Wests Geniestreich & einer der atmosphärischsten, gelungensten Grusler der letzten Jahre! Liebe zur alten Schule aber unbedingt erwünscht!
Leimbacher-Mario

14.04.2016, 12:50



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