The Chaser

Horror der Hilflosigkeit

von Leimbacher-Mario
"The Chaser" ist ein ganz besonderer Thriller, sicher einer der besten der letzten 10 Jahre weltweit. Mit ihm haben die Koreaner mal wieder bewiesen, wie gut sie Psychothriller, menschliche Abgründe, schwarzen Humor & sogar Gesellschaftskritik unter einen Hut bringen können. Erzählt wird die erschreckenderweise auf wahren Begebenheiten beruhende Story eines Zuhälters, dessen Prostituierte abhandenkommen & der auf der Suche nach ihnen auf einen Serienkiller trifft, der weder besonders schlau noch besonders stark ist oder einen besonderen Plan hat - doch scheint er trotzdem das pure Böse zu sein & auf Grund von mangelnden Beweisen, wird die Zeit immer knapper ihn zu überführen bzw. festzuhalten...

Was macht asiatische Thriller so bestechend, so anders, so intensiv & emotional? Schwer zu beschreiben, doch "The Chaser" ist sicher eines der besten Beispiele gegenüber dem meisten weichgespülten Hollywood-Horror. Die Jagd auf den vermeintlichen Killer ist schnell beendet, ein Happy End in Sicht, immer wieder durchzieht Humor die ernstesten Lagen - und trotzdem wirkt der Film wie ein einziger Tritt in die Magengrube, manchmal auch noch tiefer oder in den Rücken. Er wirkt fast schon zu düster, zu real & zu ernüchternd, man spürt förmlich die Macht des Bösen. Man redet sich ein gutes Ende ein, man erhofft das Beste oder gewohnte positive Pfade - wird dann jedoch bittersüß enttäuscht & schockiert. Filmisch ein Aufputschmittel, emotional Morphium.

Die Darsteller sind durch die Bank tadellos & man sieht ihnen ihre Hilflosigkeit, oft auch ihre Dummheit, ihre Fehler & schlicht ihre verletzliche Menschlichkeit an. Umso später im Laufe der immer bösartiger werdenden Geschichte, desto wütender macht uns Zuschauer das. Der Style bleibt passend zum Ton & der packenden Atmosphäre realistisch & unspektakulär, fast meint man einen echten Fall zu beobachten & wird so ebenfalls machtlos. Noch dazu kommt seine rigorose Härte wenn er zuschlägt & dass er genau weiß, wann, wohin & wie hart. Man spürt die treffsichere Hand des Regisseurs bzw. der Macher & glaubt am Ende völlig zu Recht Meister am Werk zu sehen.

Vielleicht ist er minimal zu lang & mit Nebenschauplätzen aufgefüllt, dazu zieht der asiatische Humor nicht immer. Im Endeffekt wirkt er jedoch wie eine beunruhigende Mischung aus Hitchcock, "Schweigen der Lämmer" & "Psycho Raman". Einfach abartig & abartig einfach - wie das wahre Leben bzw. leider allzu oft unsere Nachrichten über Serienkiller, Psychopathen, Kellergefängnisse, Kannibalen oder andere alptraumhafte Realitäten. Kein Wunder, dass Hollywood sich sofort an ein Remake setzte & bisher daran klaghaft scheiterte. Besser gar nicht erst versuchen, ist nahezu perfekt wie er ist.

Fazit: Ein moderner Asia-Thriller-Klassiker & ein Testament dafür, wie hilflos, harmlos & dumm die Polizei gegen das absolut Böse meist ist... Basierend auf einer wahren Geschichte war selten gruseliger & vorstellbarer!
Leimbacher-Mario

28.09.2016, 08:55



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