von Fans für Fans

Carnage Park

Blutiges Revival des 70er-Jahre-Kinos.

von Alexander
Endlich mal wieder ein Film, der das Tor zu den fast vergessenen, verrucht-bösen Streifen des 70er-Jahre-Kinos aufstößt und eine Atmosphäre aufbaut, die man seinerzeit zumeist von kleinen, dreckigen Filmen aus den Bahnhofskinos kannte. Ein böser Trip in das etwas abgründigere Genre-Kino jener Zeiten.

Ganz im Stil der 70er werden wir durch mit hypnotischer, fast psychedelischer Musik unterlegte, lange Kameraeinstellungen in das Licht einer gleißenden Sonne gesaugt, die auf Szenen scheint, die fast an alte Spaghetti-Western erinnern.

In einem kargen, trostlosen und trotz allen Lichtes unheimlichen Setting läuft eine großartige Hauptdarstellerin durch die brutalen Szenen, wie ein kleines, verletzliches Insekt durch ein gigantisches, verdörrtes Ödland, und versucht dabei, einem psychotischen Kriegsveteranen zu entkommen, bei dem ganz offensichtlich ziemlich alle Sicherungen durchgeknallt sein dürften und der sich in dem kargen, trostlosen Areal an seinen verstörend perversen Spielen weidet.

Carnage Park verzichtet dankenswerterweise auf jegliches kommerzielle Schema der meisten Genre-Filme jüngerer Zeiten und versucht erst gar nicht, den Zuschauer mit ermüdenden Vorgeschichten, Hintergründen oder Erklärungen einzuseifen. Hier wird nichts gefällig rundgelutscht, keine scharfen Kanten werden geglättet, kein Weichzeichner kommt zum Einsatz. Der Film ist ein ungeschliffener Diamant, der wehtut. Und das ist gut so.

So tropft schon bald das Blut auf heißen Staub, während die Emotionen durch einen wirklich nervenaufreibenden, höchst ungewöhnlichen Soundtrack zusätzlich hochgekocht werden, und an manchen Stellen fühlt sich der Fan an den 2. Teil von „Texas Chainsaw“ erinnert.

Dieser Film ist billig, hart und dreckig im besten, lobenswertesten Sinne. „Carnage Park“ ist der Beweis dafür, dass primitives Thrash-Kino immer noch entzücken kann – wenn es richtig gemacht ist.
Alexander

15.08.2016, 19:55



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