Die Story, auf der "Renaissance" aufbaut, ist billig, comichaft, realitätsfremd und extrem schwarz-weiß gehalten - wobei letzteres natürlich auch für den Film selbst gilt, eine Absicht möchte ich dennoch nicht unterstellen. Zwar ist die Story nicht alles: ein Film wie "Sin City", der hier aufgrund der visuellen Ähnlichkeit einfach als Vergleich herhalten MUSS, bietet in dieser Hinsicht noch deutlich weniger (ist dafür aber intensiver, atemloser inszeniert). Die Flachheit und Konstruiertheit von Geschichte und Setting sind es allerdings, die "Renaissance" für mich eindeutig abwerten, denn gestalterisch ist der Film so innovativ, daß es zu sehr auffällt, wie altbacken und schwach seine erzählerische Grundlage eigentlich ist...
Die Story um eine entführte Wissenschaftlerin, die einem revolutionären Geheimnis auf der Spur war, welches das Leben der Menschheit bis in den Kern verändern könnte (zum Positiven oder Negativen), wirkt wie aus einem schundigen Groschenroman geklaut. Zudem ist sie insgesamt zwar von angenehmem Tempo, stellenweise aber nicht frei von Längen. Der Hauptfigur des knallharten Polizisten, der sie retten soll, wird deutlich zu viel "private Zeit" gewidmet - seine amourösen Verwicklungen bringen hier nichts und niemanden weiter, und sie interessieren eigentlich auch nicht.
Hart gesagt, zeichnet sich "Renaissance" wirklich enizig und allein durch seine Optik aus, alles andere ist maximal durchschnittlich zu nennen, von der Charakterzeichnung bis zur Inszenierung. Eben jene Optik ist allerdings wirklich derartig begeisternd, daß es im Endeffekt zu einer hohen Wertung reicht, und immerhin ist die Story nur platt, nicht geistig minderbemittelt und verzichtet auf pseudo-coole Wendungen, weshalb man sich hier zweifelsfrei gut unterhalten kann.
Mehr gibt es kaum zu sagen; viel Form, wenig Inhalt eben. Durchaus insgesamt einer der besten Filme bisher. Aber das liegt wohl auch daran, daß wir Menschen eben visuelle Wesen sind...
Hat mir mehr Spaß gemacht als "Sin City", aber irgendwie ist das kein wirklicher Maßstab. Ich vergebe mal 7 Punkte und wünsche mir für die Zukunft mehr erzählerische Klasse in der gestalterischen. |