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Running Wild (2005)

Stammessen 1

Kurz gesagt, bietet "Running Wild" fast genau das, was man von x Polizei-/Gangster-/Revenge-Filmen aus Hong Kong kennt - kommt jedoch aus Korea, was man ihm aber inhaltlich und insbesondere stilistisch kaum anmerken kann. Sehr modern wirken hier weder Storyidee noch Exekution, polierte Bilder wie überraschende Wendungen sucht man vergebens, straight forward und im eher billigen Look wird uns der hundertste Aufguß einer altbekannten Story präsentiert.

Eine Story, die für mich zumindest nach wie vor funktioniert, weshalb ich insgesamt auch auf jeden Fall zufriedenstellend unterhalten wurde. Man darf hier nur eben nichts Neues suchen, nichts Außergewöhnliches, weder Subtilität noch Eleganz - dann enttäuscht einen "Running Wild" auch nicht. Wobei einige erzählerische Schwächen ihn zweifellos daran hindern, zu begeistern: in erster Linie geht er manchmal viel zu umständlich vor, ist in der Handlungsentfaltung grobkörnig bis holzschnittartig und partiell eindeutig zu langatmig inszeniert, will zu viel zu Nebensächliches erzählen, was zu Längen führt.

Es geht hier um zwei sehr unterschiedliche Cops: einer sehr wild, dreckig, unkonventionell arbeitend, von der Straße, unzähmbar und von persönlichen Rachegelüsten getrieben. Der andere ist ein sehr "sauberer" Chefermittler, prinzipienfest, brav und regeltreu arbeitend. Nach der Beilegung oder Unterdrückung einiger persönlicher Differenzen tun sie sich zusammen, um einem skrupellosen Triadenboß, der über enorme Macht und Einfluß verfügt, endlich das Handwerk zu legen. Dabei begegnen sie Schwierigkeiten aller Art, Intrigen, Fallen, Loyalitätsproblemen und all dem anderen, was solche Geschichten eben auszeichnet - wobei auf Shoot-Outs allerdings weitestgehend verzichtet werden muß. Dafür ist hier der Drama-Anteil höher, wie auch der Pathos-Faktor.

Das kann man mögen oder auch strunz-einfältig und langweilig finden, ist eine Frage der persönlichen Präferenzen. "Running Wild" wird an diesen nichts ändern, dafür ist er zu unspektakulär, zu sehr im Rahmen bekannter Schemata aufgebaut. Nichts Neues aus dem Osten also, aber Solides. Wer Asia-Crime-Dramas mag, kommt hiermit gut zurecht, er sollte aber wirklich nichts Außergewöhnliches erwarten. 6,5 Punkte, man kann aber auch weniger vergeben...
Dominic Saxl
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt
OOOOOOo...
31.07.2006, 04:45
 

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