Yoga Hosers

Guilty pleasure?

von ArthurA
Die Sprösslinge von Smith und Depp sind Colleen C. (Lily-Rose Depp) und Colleen M. (Harley Quinn Depp): dauergelangweilte, Instagram-, Emojis- und Yoga-besessene Teenagerinnen, die im Laden von Colleen C.s Vater arbeiten und dabei in etwa so motiviert und kundenfreundlich sind wie die legendären Slacker Randall und Dante aus Smiths Kultfilm Clerks. Die beiden geraten in ein Abenteuer, in dem jugendliche Teufelsanbeter, Bratwurst-Nazi-Homunkuli, ein verrückter Wissenschaftler (und verbitterter Bildhauer) sowie Johnny Depp in seiner Rolle aus Tusk als frankokanadischer Detektiv Guy Lapointe vorkommen. Dieser "Plot" ist bestenfalls lose zusammenhängend und letztlich auch absolut irrelevant. Im Gegensatz zu Tusk verzichtet Yoga Hosers auf jeglichen Anspruch von Drama oder Horror und gibt sich damit zufrieden, ein harmloses, weitgehend blutleeres Trashfeuerwerk zu sein. Gerade deshalb hat er für mich auch ein klein wenig besser funktioniert und zum Glück füllen die beiden jungen Hauptdarstellerinnen ihre Rollen sehr natürlich aus. Der störende Faktor ist hier tatsächlich Johnny Depp, dessen mit Warzen bedeckter Detektiv mit schlechtem französischem Akzent wieder einmal fehl am Platze wirkt und nicht die erwünschten Lacher bringt. Viel eher fragt man sich, in welchem dunklen Loch Johnny Depp sein Talent heutzutage vergraben hat.

Um es klarzustellen: Yoga Hosers ist kein guter Film per se. Genau genommen ist er absolut dämlich. Die Witze über den kanadischen Akzent ("soorry aboot that!") und die heutige Jugendsprache und Verhalten (beobachtet durch die Augen eines Mittvierzigers) prasseln in Dauerschleife über die Zuschauer herein (und werden in der deutschen Synchro sowieso verschwinden) und machen es sich sehr leicht. Doch es gibt auch etwas unbestreitbar Angenehmes in der Einfachheit und Anspruchslosigkeit dieses Films. Man wird als Zuschauer vermutlich nie den Spaß dabei haben, den Smith und Co beim Dreh hatten, doch man verspürt die Freude, die in die Herstellung des Films geflossen ist und irgendwie färbt sie auch auf einen ab.
ArthurA
sah diesen Film im Residenz, Köln - Original-Review

07.09.2016, 13:08



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