von Fans für Fans

Deep in the Wood

Überraschend, aber zu unsympathisch

von ArthurA
Deep in the Wood ist ein Film, der sehr stark davon profitiert, wenn man ihn ohne jegliches Vorwissen sieht, denn hier ist wirklich nichts so, wie es scheint. Sogar dieser Satz verrät vielleicht schon zu viel, denn der Film spielt von seinen ersten Szenen an mit den Erwartungen der Zuschauer, scheint ihnen zu entsprechen und in die gewohnten Muster zu verfallen, bevor er einem wieder den Teppich unter den Füßen wegzieht - und das gleich mehrfach. Handelt es sich beim seltsamen Kind um den Teufel höchstpersönlich oder spielt der Verstand der Mutter und des Großvaters ihnen einen Streich? Im Kontrast zu The Ones Below, der seine große Wendung wie ein Leuchtturm weit im Voraus ankündigt, überrascht Deep in the Wood die Zuschauer bis zum Ende. Wer jedoch gerne etwas mehr Ambiguität mag, wird hiervon enttäuscht sein. Auch wenn die Twists gelungen und zahlreich sind, löst der Film alle Mysterien am Ende kompakt und glasklar auf. Auf erzählerischer Ebene kann Regisseur Stefano Lodovichi überzeugen; dass Deep in the Wood dennoch kein stimmigeres Werk ist, dafür sorgen die durchweg unsympathischen Charaktere, deren Verwicklungen untereinander fast schon Seifenoper-Niveau erreichen, sowie das Gefühl fehlender Konsequenz am Filmschluss.
ArthurA
sah diesen Film im Residenz, Köln - Original-Review

07.09.2016, 13:10



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