Seoul Station

Zeichentrick-Zombies

von D.S.
Viel gibt es zum Animations-Prequel von TRAIN TO BUSAN nicht mehr zu sagen: Eine klassische Zombie-Outbreak-Story mit hohem Dramaanteil, die in einem recht altmodisch wirkenden, nicht sehr detaillierten Zeichenstil daherkommt.

Interessant am Dramaanteil ist, dass dieser sich im Wesentlichen außerhalb der Zombiethematik bewegt. Es geht also weniger ums Mitleiden, wenn geliebte Personen gebissen werden. Sondern vielmehr um das grundsätzliche Verhältnis der menschlichen Protagonisten zueinander, ihre – oftmals als ziemlich bitter dargestellten – Hintergründe und ihren Umgang miteinander.

Deshalb sind auch weder Tempo noch Spannung in SEOUL STATION durchgängig hoch. Wenngleich es dem Film dafür gut gelingt, die Figuren zum Leben zu erwecken und eine gewisse Bindung des Publikums zu ihnen aufzubauen, hätte ich mir doch ein wenig mehr Zombie-Action gewünscht. Gerade im Mittelteil wird es leider zwischenzeitlich recht zäh.

Die insgesamt recht konventionelle Story strahlt ansonsten die genretypische Hoffnungslosigkeit aus, bietet ein, zwei Überraschungen in der Handlung und streut daneben immer wieder sehr deutliche Kritik am Umgang Koreas mit sozial Schwachen ein, an Ausgrenzung und Rücksichtslosigkeit in der Ellenbogengesellschaft.

Alles in allem ein Film, den man mitnehmen kann, wenn man sonst nichts zu tun hat. Allerdings wirken Zeichentrick-Zombies leider schlicht und einfach nicht besonders bedrohlich... 5,5 Punkte.
D.S.
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

09.09.2016, 05:32



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