von Fans für Fans

Mojin - The Lost Legend 3D

Kindischer Spaß

von Leimbacher-Mario
Willkommen im neuesten, überlangen 3D- (oder sogar 4D-) Kinospaß eines asiatischen Freizeitparks - so habe ich mich heute bei "Mojin - The Lost Legend" gefühlt. Durchgehend extrem wirkungsvolle & tadellose 3D-Effekte, eines der wenigen Paradebeispiele für Filme in der dritten Generation. Doch diesen optischen Overkill & Wow-Effekt musste das Grabräuber-Abenteuer abliefern - denn als eigenständiger Film ist er ein fragiles Knochengerüst & eigentlich kaum zu gebrauchen. Optisch eine Wucht, erzählerisch chaotisch. Dagegen wirkt selbst der gar nicht so unähnliche Indiana Jones 4 wie eine ausgeklügelte Meisterleistung, was den Inhalt angeht. Eigentlich wartet man immer nur die nächste krachende Actionsequenz ab, die meistens nicht sehr lange auf sich warten lässt, das Kino inklusive seinem bombastischen Soundtrack erzittern lässt & Spaß macht. Dazwischen macht sich dann doch spürbar Langeweile breit, und der Film ist nicht gerade kurz.

Es geht in einer unnötig durch Rückblenden verschachtelten Story um die drei letzten Mojin, die berühmtesten Tomb Raider Asiens & ihre Suche nach der mächtigen Equinox Flower. Und der Weg zu ihr ist selbstverständlich mit allerlei Fallen, Zombieterrakotta-Kriegern & massiven unterirdischen Höhlen gepflastert. Ein paar der größten Stars Asiens werden schauspielerisch wenig gefordert & der Humor zog bei mir in den seltensten Fällen. Hinten raus überdreht das Effektmassaker sogar vollkommen & man schaltet fast etwas ab. Doch wer sagt schon zu Qi Shu, einer der schönsten Frauen des Planeten, in 3D nein? Ich sag ja: der Film ist eine Augenweide. Eine ziemlich leere Augenweide, aber immerhin. Technisch reißen die Asiaten hier so ziemlich alles ab & machen den Amis schön eine lange Nase. Ein Oldschool-Vibe schwingt immer mit, gerade wenn sich Zombies oder Skelette erheben, nur die Technik & die Larger-Than-Life-Effekte sind dazu das komplette Gegenteil & auf dem neusten Stand. Dagegen verblassen die ganzen 3D-Konvertierungen, die das Format (zumindest im Heimkino & was den Ruf angeht) zu Tode gerichtet haben. Meine Wertung versteht sich für die 3D-Version im Kino. In 2D zu Hause muss man locker 2 Punkte abziehen.

Fazit: extrem gelungener 3D-Show-Off, etwas sehr mager, was den eigentlichen Inhalt angeht. Trotzdem in 3D auf der großen Leinwand ein cooles Eyecandy-Abenteuer; in 2D zu Hause unbrauchbar. Ein Bombast-Höhlenfeuerwerk, bei dem Lara Croft erblasst.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

11.09.2016, 01:50



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